24.01.2012
DETMOLD
Arzus Leiche ohne Kopf freigegeben
Ermittlungen dauern an - Beerdigung in der Türkei verzögert sich



Detmold-Remmighausen (ero). Die Beerdigung der getöteten Arzu Özmen, die nach dem Willen ihrer Eltern in der Türkei bestattet werden soll, verzögert sich. Obwohl die Leiche freigegeben wurde, fehlt der Kopf. Er wurde im Rahmen der rechtsmedizinischen Untersuchungen abgetrennt und wird noch genauer untersucht. Die Angehörigen sind schockiert.

"Es ist unglaublich, dass die Angehörigen ihre tote Tochter ohne Kopf sehen mussten", schimpft Rechtsanwalt Dr. Detlev Binder. Er verteidigt den Bruder von Arzu, Kemal, der in Steinheim wohnt und an der Entführung und Ermordung  der 18-Jährigen beteiligt gewesen sein soll.

Es sei "einfach pietätlos", fügt der Anwalt hinzu. "In diesem Fall von Pietät zu sprechen, halte ich für unangebracht", sagt Oberstaatsanwalt Michael Kempkes. Es sei richtig, dass den Eltern der Leichnam ohne Kopf gezeigt worden sei. Die Freigabe habe die Staatsanwaltschaft Lübeck zu verantworten.

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"Ich habe nichts freigegeben", so Kempkes. Aber es sei nicht ungewöhnlich, dass Leichenteile nochmals gründlich untersucht werden. "Der Kopf spielt eine große Rolle in diesem Fall", so Kempkes. Wann der Kopf freigegeben werde, wisse er nicht.

So lange die Leiche "nicht komplett" sei, könnten die Eltern Arzu nicht beerdigen, sagt ein jezidischer Geistlicher. Es sei eine Schande, dass man so etwas zulasse. "Zumindest hätte man die Eltern auf diesen Anblick vorbereiten können", so der Geistliche.

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Dokument erstellt am 24.01.2012 um 17:43:10 Uhr
Letzte Änderung am 25.01.2012 um 10:49:47 Uhr


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