04.02.2012
DETMOLD/MARDIN
Arzu in der Türkei beerdigt
Eltern nicht bei Begräbnis dabei - Serap Cileli stellt Video online

Trauer
Trauer | Repro LZ

Mardin. Die ermordete Jesidin Arzu Özmen (18) aus Detmold ist am Samstag in der Türkei beerdigt worden. Die Detmolder Staatsanwaltschaft hatte wenige Tage zuvor den kompletten Leichnam der 18-jährigen Jesidin freigegeben. Ein Bestatter habe von Arzus Familie den Auftrag erhalten, ihn in die Türkei zu überführen.

Arzus Eltern sollen entgegen der Behauptung einer Verwandten gegnüber der LZ nicht an der Beerdigung teilgenommen haben. Lediglich zwei entfernte Verwandte und 30 weitere Trauergäste sollen laut türkischen Medien anwesend gewesen sein. Arzus Leiche war am späten Freitagabend im osttürkischen Midyat angekommen. Die Leiche wurde laut Aussage eines Verwandten nach jediischen Bräuchen in dem Dorf beerdigt, aus dem die Familie stammt.

Laut Jesidischem Zentralrat muss bei einer Beerdigung der Sarg so in die Erde eingelassen werden, dass das Gesicht des Toten in Richtung Sonnenaufgang zeigt. Der Sarg für Frauen wird etwas tiefer eingelassen als der für Männer. Der Leichnam trägt weiße, besonders zugeschnittene Kleidung. Nach der Beerdigung wurde türkischer Honig (eine Art Nougat) verteilt.
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In verschiedenen Gefängnissen untergebracht

Gegen Arzus Vaters sowie weitere fünf Geschwister ermittelt die Staatsanwaltschaft. Nachdem der Bruder Kemal (24) am vergangenen Donnerstag freigelassen worden ist, sitzen jetzt noch die Schwester Sirin (27) , sowie die Brüder Kirer (25), Osman (22) und Elvis (21) in Untersuchungshaft. Sie schweigen. Um mögliche Absprachen zu verhindern, sind die Beschuldigten getrennt in Gefängnissen in Hamm, Münster und Bielefeld untergebracht.

Die vier letztgenannten Geschwister sollen Arzu am 1. November 2011 entführt haben. Anschließend wurde die 18-Jährige getötet. Die genaueren Umstände sind dazu noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft kennt auf Grund der rechtsmedizinischen Untersuchungen zwar die Todesursache, aber sie macht dazu keine Angaben, weil es sich gleichzeitig um sogenanntes Täterwissen handelt. Die Ermittlungen in dem Fall würden vermutlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte Oberstaatsanwalt Michael Kempkes.



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Dokument erstellt am 04.02.2012 um 12:26:16 Uhr
Letzte Änderung am 06.02.2012 um 12:25:35 Uhr


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