08.02.2012
HANDBALL-BUNDESLIGA
TBV Lemgo startet mit Vollgas aus der Winterpause
31:29 gegen SG Flensburg-Handewitt
VON DIETMAR WELLE

Fertigmachen zum Jubeln
Fertigmachen zum Jubeln | Fotos: Hagemann

Lemgo. Mit einer begeisternden Leistung hat Handball-Bundesligist TBV Lemgo Dienstagabend die SG Flensburg-Handewitt besiegt. 31:29 (17:15) stand es nach 60 Minuten in der Lipperlandhalle.

Der Jubel der 4298 TBV-Fans wollte schier kein Ende nehmen nach einer mannschaftlich überzeugenden kämpferischen wie auch taktischen Leistung. Orkanartig entlud sich die Last, als Florian Kehrmann drei Sekunden vor dem Abpfiff der bedenklich pfeifenden Schiedsrichter Holger Fleisch und Jürgen Rieber mit seinem gewieften vierten Treffer das 31:29 und damit den Sieg über den Tabellenvierten endgültig unter Dach und Fach brachte.

Schon im Vorfeld hatte Sport1-Kommentator und Welt-Handballer Daniel Stephan den richtigen Riecher gehabt. Der ehemalige TBV-Crack: "Ich traue Lemgo heute einen Sieg zu. Eigentlich kommt das Loch bei den dänischen Nationalspielern nach dem Gewinn der Europameisterschaft erst nach zwei, drei Spielen. Doch vielleicht sind sie auch schon jetzt müde."

Und wahrlich, die Nordlichter ließen den gefürchteten Rhythmus vermissen, aber das lag auch an der ungeheuren Präsenz, die Lemgo gleich von Beginn an bewies. "Wir haben offensiv gedeckt und früh angegriffen", verteilte TBV-Trainer Dirk Beuchler ein pauschales Lob an die gesamte Mannschaft - vor allem an die Defensive mit einem vorgezogenen Feuerwerkskörper Jens Bechtloff, der wie ein Knallfrosch in die Flensburger Attacken hüpfte und dabei die Leidenschaft zeigte, die sich im gesamten TBV-Teamspiegelte.

Da vorn auch Mait Patrail (im ersten Abschnitt) und Rolf Hermann aus dem Rückraum Druck machten, egalisierten die Lipper die Glandorfschen und Kaufmannschen Wurfvorzüge aus der Distanz. Doch den Unterschied machte Carsten Lichtlein. SG-Trainer Ljubomir Vranjes sah das so: "Mattias Andersson wurde von unserer schwachen Abwehr zunächst im Stich gelassen. Dann habe ich Sören Rasmussen gebracht, in der Hoffnung, dass sich etwas ändert." Die Hoffnung trog.
  Ganz anders Lichtlein. Im ersten Abschnitt kam der TBV-Keeper auf 38 Prozent gehaltener Bälle. "Acht Paraden", freute sich Beuchler und verwies im gleichen Atemzug auf die variable Offensive.
"Wir haben verdient gewonnen, weil wir immer geführt haben", ließ Beuchler das zwischenzeitliche 4:5 aus der Anfangsphase unter den Tisch fallen.

Seis drum. Lemgo bewies auch in heißen Phasen kühlen Kopf und sorgte anderseits mit seiner kochenden Leidenschaft für einen gelungenen Start ins Jahr 2012. Beuchler: "Und gerade zuhause haben uns die Fans wieder so richtig nach vorn gepeitscht."

Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 07.02.2012 um 23:03:00 Uhr
Letzte Änderung am 08.02.2012 um 11:16:42 Uhr


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