09.02.2012
TBV
Teilzeitkraft Liniger bleibt eiskalt
TBV Lemgo: Trainer Beuchler lobt seinen Siebenmeterschützen
VON JÖRG HAGEMANN

Ein kurzer Jubel
Ein kurzer Jubel | Foto: Hagemann

Lemgo. Die SG Flensburg-H. passt perfekt ins Lemgoer Beuteschema. Erstmals seit dem 5. Dezember 2010 hat der TBV wieder einen Champions-League-Aspiranten geknackt. Auch damals waren die Nordlichter das Opfer.

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Kaisers Kummer

Im Kampf um die Qualifikation für einen Champions-League-Platz könne die 29:31-Niederlage in der Lipperlandhalle am Ende noch sehr weh tun, holte Flensburgs Geschäftsführer Holger Kaiser nach der ersten Saisonniederlage gegen ein schwächer platziertes Team zu einer Breitseite gegen den Ligaverband HBL aus. "Unsere drei  Dänen sind erst am Mittwoch zurückgekehrt. Doch die Crux war nicht die Europameisterschaft, sondern das Allstar-Game in Leipzig. Es gilt deutlich zu hinterfragen, ob so etwas noch Sinn macht", echauffierte sich Kaiser und verwies auf die kurzfristigen Absagen von Anders Eggert (Rücken) und Mattias Andersson (Erkältung). "Das Befinden der Sportler interessiert die HBL überhaupt nicht. Statt dessen müssen wir uns vorwerfen lassen, dass sich die Spieler drücken - ein merkwürdiges Verhalten der HBL."(jh)

Trainer Dirk Beuchler, der am Donnerstag seinen 41. Geburtstag feiert, würdigte nach dem feinen 31:29 speziell die Leistung des "sehr dominanten Rückraums", der von sämtlichen Positionen Gefahr ausstrahlte und es auf insgesamt 15 Treffer brachte.

Nicht unerwähnt ließ Beuchler auch eine äußerst wertvolle Teilzeitkraft: "Es ist extrem wichtig, dass wir über zwei sichere Siebenmeterschützen verfügen", lobte der TBV-Coach die Nervenstärke von Manuel Liniger, der fünfmal kalt von der Bank kam und fünfmal sicher verwandelte. "Du musst zu ,Manu‘ nur zwei Worte notieren: Eis und kalt", soufflierte Avishay Smoler dem LZ-Chronisten, als der sich Linigers Sichtweise schildern ließ.

",Theuer‘ und ich haben vor dem Spiel abgemacht, dass ich es diesmal als erster versuche", meinte Liniger. Auf eine Stallregie verzichtet Beuchler: "Da rede ich den beiden nicht rein. ,Manu‘ und ,Theuer‘ können die Lage selber gut beurteilen", fühlt sich der TBV-Coach durch die Quoten bestätigt. Während es Theuerkauf auf eine Effektivität von 84,2 Prozent vom Punkt bringt, liegt Linigers Quote bei 74,2 Prozent.

Dass er aufgrund der 5:1-Abwehrformation ansonsten keine Chance bekam, sich gegen Flensburg zu präsentieren, nahm Liniger gelassen. "Es liegt nicht an mir. Wer spielt, darüber entscheiden andere. Ich werde jedenfalls bis zum 30. Juni alles für die Mannschaft und das Publikum geben." Wohin es ihn im Sommer verschlägt, vermag der 30-jährige Eidgenosse noch nicht zu sagen.

Es sei nichts unterschrieben, berichtet Liniger, der gerne beim TBV verlängert hätte. "Ich bin 2010 nicht mit der Absicht gekommen, den Verein schon nach zwei Jahren wieder verlassen zu müssen. Doch das geht anderen Spielern ja ähnlich." Siehe Avishay Smoler, der sich am Dienstag über seine Vertragssituation nicht äußern wollte. Beim Fantalk verkündete Kaufmännischer Geschäftsführer Fynn Holpert jedoch, dass es auch für den Israeli keinen "Nachschlag" geben werde.

Derweil liebäugelt Manuel Liniger mit einem Wechsel ins Ausland. "Wenn man ehrlich ist, gibt es in der Bundesliga nicht viele Klubs, die von der Personallage in Frage kommen." Dass sein Name kürzlich sogar mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht wurde, entlockt Liniger ein Schmunzeln: "Da möchte jeder Spieler gerne hin. Doch auch in Barcelona können nur zwei Mann auf Linksaußen spielen.
Von mir kamen die Spekulationen jedenfalls nicht.

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Dokument erstellt am 08.02.2012 um 20:57:27 Uhr
Letzte Änderung am 08.02.2012 um 21:07:09 Uhr


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