14.02.2012
DETMOLD
"Haaga-Folk-Machine" bringt finnischen Folk nach Hiddesen
Sie passen in keine Schublade

Verrückte Musik
Verrückte Musik | Foto: Dick

Detmold-Hiddesen (cd). Die Deutsch-Finnische Gesellschaft hat Kultur nach Deutschland geholt: Am Sonntag, 12. Februar, veranstaltete sie ein Konzert mit der finnischen Band "Haaga-Folk-Machine".

Mit Unterstützung der Botschaft der Republik Finnland startete das junge Akustik-Trio das Kulturjahr der Deutsch-Finnischen Gesellschaft im Haus des Gastes in Hiddesen. Außerdem stellte die finnische Künstlerin Jaana Weicht ihre Werke aus, in denen sie Eindrücke aus ihrem Heimatland darstellte. Ja, die Musik von "Haaga-Folk-Machine" würde die finnische Seele widerspiegeln, sagte Jaana Weicht mit einem Lächeln.

Auch die Gäste im Haus des Gastes waren sichtlich beeindruckt von der Band: Beine wippten mit, und mit viel Applaus feierten sie die talentierten Künstler. Die drei Jungs, die anfänglich ein wenig schüchtern wirkten, bezeichnen sich selbst als "vorurteilslose Musiker, die jede Genregrenze im Fluge überwinden". Tatsächlich kombinierten die Berufsmusiker Tero Hyväluoma (Geige), Anssi Salminen (Gitarre) und Sami Kurppa (Harmonium) mehrere Stile miteinander; es gab modernen Folk, Rock, daneben leise lyrische Passagen und akustische Sets.

Viele der Songs waren Eigenkompositionen, wie der Violinist in charmantem Englisch ankündigte: "Is it okay, if we speak English, because our German is minimum." ("Ist es okay, wenn wir Englisch sprechen, weil unser Deutsch minimal ist.") Für ein nettes "Vielen Dank" hat das Deutsch aber gereicht. Die Band war schließlich insgesamt für zwölf Tage in Deutschland und beendete ihre Tournee in Detmold.

Bei diesem letzten Gig wollten sie ihre mitgebrachten CDs loswerden, und diese verkauften sich hier gut. Kein Wunder, denn die Musik von "Haaga-Folk-Machine" ist authentisch, hat viel Gefühl und gleichzeitig Schwung, kombiniert Temperament mit Spielfreude, sorgt für Gänsehaut und Zufriedenheit. Sie spielten untypische Hochzeitsmärsche - einen heiteren und einen traurigen -, verrückte Gypsy Musik und klassischen Pop-Folk. Alle Stücke jedoch mit einer ganz eigenen Note.

Gleich der erste Song strahlte eine wohlige Wärme aus. Zarte Melodien trafen auf dahin plätschernde Akkorde. Doch bitte nicht denken, die Jungs können nur softe Musik. Anssi Salminen, der Gitarrist, brachte so viel Energie in die Stücke, dass ihm zwischendrin eine Saite riss. Auch Violinist Tero Hyväluoma spielte mit viel Leidenschaft. Ruhepol war Sami Kurppa an seinem amerikanischen Harmonium. Ein Song erzählte eine Geschichte über die Musiker selbst. Wie das klang? Wild und ausgelassen, vergnügt. Stimmt also, "Haaga-Folk-Machine" passt wirklich in keine Schublade…

Dokumenten Information
Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2014
Dokument erstellt am 13.02.2012 um 20:41:16 Uhr
Letzte Änderung am 13.02.2012 um 20:42:33 Uhr


URL: http://www.lz.de/kultur/kultur_in_lippe/?em_cnt=6092401&em_loc=13