15.02.2012
HORN-BAD MEINBERG
Wildkatzen im Eggegebirge nachgewiesen
Wissenschaftliches Projekt fördert erste positive Ergebnisse zutage
VON HUBERTUS GÄRTNER

Wildkatze.
Wildkatze. | Foto: dpa

Bad Meinberg. Im Eggegebirge gibt es Wildkatzen. Das ist durch eine Untersuchung erwiesen, die unter der Federführung des Regionalforstamtes Hochstift durchgeführt und von den Kreisen Paderborn und Höxter finanziert wird.

Im Eggegebirge läuft seit Ende November 2011 ein wissenschaftliches Monitoring. In dem Projekt wurden von der hessischen Landesgrenze bis an den Kreis Lippe jeweils in großen Abständen etwa 150 Holzpfähle in die Erde gerammt und mit Baldrian bestrichen. Vor allem in der winterlichen Ranzzeit fühlen sich Wildkatzen vom Baldriangeruch angezogen. An den Pfählen, den regelmäßig kontrolliert werden, habe man in den vergangenen Wochen "130 verwertbare Proben von Wildkatzen gefunden", sagte die Försterin und Projektleiterin Friederike Wolff auf Anfrage dieser Zeitung.

Die Proben werde man Ende März an das Forschungsinstitut Senckenberg bei Gelnhausen schicken. Dort kann die Anzahl der Wildkatzen exakt bestimmt sowie deren Bewegungsprofile erstellt werden. Försterin Wolf zeigte sich erfreut über die gefundenen Spuren. "Mit so vielen verwertbaren Haarproben hatten wir nicht gerechnet", sagte sie.

Wildkatzen sind extrem seltene und scheue Tiere. Sie zählen zu den streng geschützen Arten. Ihr Nachweis im Eggegebirge lässt darauf schließen, dass sie auch im angrenzenden Teutoburger Wald leben. Naturschützer frohlocken: "In weiten Bereichen Deutschlands die Wildkatze ausgestorben. Man muss ihr einen Lebensraum mit strukturreichen Wäldern sichern. Dazu böte ein Nationalpark ideale Voraussetzungen", sagte Karsten Otte, Sprecher der Bezirkskonferenz Naturschutz in OWL.

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Dokument erstellt am 15.02.2012 um 10:01:40 Uhr


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