16.02.2012
DÖRENTRUP
"Schrotti" muss wieder vor den Kadi
Frank Prüßner aus Humfeld steht wegen Fahrens ohne Führerschein vor Gericht
VON DIETER ASBROCK

Kämpft weiter
Kämpft weiter | Foto: Strathmann

Dörentrup. Der Humfelder Frank Prüßner alias "Schrotti" muss sich am Freitag vor dem Amtsgericht Lemgo verantworten. Der Schrotthändler ist erneut wegen Fahrens ohne Führerschein angeklagt. Es ist nicht das erste Mal, dass "Schrotti" wegen eines solchen Vergehens vor den Kadi zitiert wird. Ärger hatte sich Prüßner, der keinen Führerschein hat, bereits Ende 2010 mit einer Kehrmaschine eingehandelt, mit der er Schrott einsammelte.

Von dem auf sechs Stundenkilometer gedrosselten und damit führerscheinfreien Gefährt hatte er die nicht benötigten Kehrbesen abmontiert. Nach Ansicht des Gerichtes war die Kehrmaschine damit keine mehr, das Gefährt somit führerscheinpflichtig, und Prüßner hatte eine Ordnungswidrigkeit begangen, die ihm in zweiter Instanz eine Geldstrafe über 1.800 Euro einbrachte.

Prüßner besorgte sich anschließend ein "Multicar", ein in der DDR gebräuchliches Kommunalfahrzeug, gedrosselt auf sechs Stundenkilometer. "Damit will die Polizei mich mit Tempo 20 geblitzt haben. Das geht gar nicht", empört sich Prüßner. Das Fahrzeug sei sichergestellt und beschlagnahmt worden, er habe es später beschädigt zurückbekommen.

Prüßner besorgte sich einen auf sechs Stundenkilometer gedrosselten Traktor. Damit erledige er Hilfsdienste für die Bauern der Umgebung, fahre Heu, Holz, Mist, und hole auch Schrott ab. Prompt kassierte "Schrotti" die nächste Anzeige, weil er seinen Traktor nicht nur für land- und forstwirtschaftliche Zwecke eingesetzt habe und einen Führerschein hätte vorweisen müssen.

Der Humfelder versteht nicht, warum er ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommt. "Kein Polizist hält mich an – bis auf zwei aus Detmold, die mich ständig drangsalieren", klagt er. Mittlerweile leide er unter Schlafstörungen, der Stress belaste die Beziehung zu seiner Lebensgefährtin. Klein beigeben will er trotzdem nicht. "Notfalls gehe ich bis in die höchste Instanz, um endlich Gehör zu finden." Vor Gericht wird Prüßner wieder von dem bekannten Bielefelder Rechtsanwalt Dr. Holger Rosteck vertreten.

Zu den gegenüber "Schrotti" erhobenen Vorwürfen sagte er: "Die Vorschriften, die es dazu gibt, sind sehr unpräzise." Man könne seinem Mandanten nicht zum Vorwurf machen, dass er es nicht besser gewusst habe. "Ein Vorsatz ist ihm jedenfalls nicht vorzuwerfen." Und: "Wir wollen einen Freispruch."

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Dokument erstellt am 15.02.2012 um 20:54:23 Uhr
Letzte Änderung am 15.02.2012 um 22:55:02 Uhr


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