18.02.2012
HORN-BAD MEINBERG
Landgericht belässt Betreuung bei Anwalt
Ehefrau eines Dementen muss sich fügen

Horn-Bad Meinberg (co). Einer Ehefrau, die ihren dementen Mann seit Jahren pflegt, ist die Betreuung gerichtlich entzogen worden. Das Landgericht Detmold hat jetzt eine Beschwerde der Bad Meinbergerin abgewiesen. Die heute 70-Jährige wurde im Jahr 2004 vom Gericht zur Betreuerin bestellt, als die sie auch finanzielle Angelegenheiten des Mannes, eines ehemaligen Studienrates, regeln durfte.

Wie die Sprecherin des Landgerichtes, Anke Grudda, berichtet, sollte die Frau 2008 Kontoauszüge vorlegen. Dabei stellte sich heraus, dass sie jeden Monat 500 Euro an ihren Sohn aus erster Ehe überwiesen hat. Auch seien Nachweise von Rechnungen schwer nachzuvollziehen gewesen. Das Gericht sah das Vermögen des Mannes in Gefahr, der auch zwei Kinder aus erster Ehe hat.

In der Folge erhielt die Frau eine Ergänzungsbetreuerin. Sie war seitdem nicht mehr für die Vermögensverwaltung zuständig. Im Jahr 2011 entließ das Amtsgericht die Ehefrau auch aus der Betreuung für die übrigen Lebensbereiche wie für die Gesundheitssorge und legte sie in die Hände eines Anwaltes. Die Frau legte dagegen Beschwerde ein, die das Landgericht als nächsthöhere Instanz jetzt abgewiesen hat.

Laut Anke Grudda funktioniert eine Betreuung durch zwei Personen nur, wenn diese kooperativ zusammenarbeiteten. Da dies hier nicht möglich gewesen sei, habe sich das Gericht entschieden, die Betreuung in einer Hand zu belassen. Die Ehefrau sei nach Ansicht des Gerichts mit den Aufgaben überfordert gewesen.   

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Dokument erstellt am 17.02.2012 um 20:55:27 Uhr
Letzte Änderung am 17.02.2012 um 20:55:45 Uhr


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