Lemgo. Lippes Nummer 1? Zumindest sportlich betrachtet kann es da nur einen geben. 20 Jahre lang trug er bereits die 1 auf dem Rücken – und das gleich doppelt. Die Trikotnummer 11 gilt beim TBV Lemgo als Synonym für Volker Zerbe.
Dass sie aktuell von Holger Glandorf getragen wird, ist – typisch für Zerbe – eine Geste des 2,11 Meter großen Handball-Idols, denn eigentlich sollte diese Zahl nach seinem Karriereende nicht mehr vergeben werden.
Die Gründe liegen auf der Hand. Vier Mal nahm Zerbe an Olympischen Spielen teil und gewann 2004 in Athen die Silbermedaille. Im gleichen Jahr wurde er in Slowenien Europameister und zwei Jahre zuvor in Portugal Vize-Weltmeister. 586 Bundesligaeinsätze sind Beleg für die Kontinuität und das Beharrungsvermögen von Volker Zerbe, der bei den beiden Deutschen Meisterschaften 1997 und 2003, drei DHB-Pokalsiegen (1995, 1997, 2002) und zwei Europacupsiegen (1996, 2006) der unumstrittene Solitär im Team des TBV Lemgo war.
Auch ohne Glamour und Showeffekte war er handballerisch ein Weltstar. 20 Jahre lang trug Zerbe nicht nur zur Popularitätssteigerung des TBV, sondern des gesamten Lipperlandes bei. Der bescheidene Zerbe verkörperte dabei den Typus des kompletten Spielers: einer, der 60 Minuten lang seinen Mann steht – und das auf höchstem Niveau. Logisch, dass sich viele internationale Topklubs die Finger nach dem Lulatsch leckten.
Doch "Zebu" widerstand allen Verlockungen, blieb seiner Geburtsstadt treu. Um ihn herum wuchs eine goldene Generation heran: der "TBV Deutschland", dem er auch nach seinem Karriereende als Interimstrainer, Sportlicher Leiter und Geschäftsführer diente. Und nach wem schon zu Lebzeiten eine Turnhalle benannt wird, der darf bei der Wahl zu Lippes Nummer 1 nicht fehlen. (jh)