Donnerstag, 24.07.2014
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24.06.2010
Besuch in der Detmolder Hochschule für Musik
Ein akustischer Ausflug in den Dschungel
BARBARA LUETGEBRUNE

Exklusiver Hörgenuss im Schlagzeughaus | Foto: Preuss

Die LZ öffnet Türen: Zum Auftakt der neuen Reihe haben gestern 30 Leser die Hochschule für Musik erkundet. Sängerhaus, Konzertsaal der Schlagzeuger, Brahms-Saal – überall galt: Reinschauen erwünscht.

Detmold. Die gute Nachricht: Alle 30 LZ-Leser haben den Nachmittag überlebt. Das ist gar nicht so selbstverständlich, schließlich wurden sie von Güterzügen überrollt und von wilden Dschungel-Tieren umzingelt – zumindest akustisch. Die Demonstration der Wellenfeldsynthese, mit der beispielsweise die Raumakustik im Konzerthaus per Knopfdruck verändert werden kann, zählte – samt der akustischen Spielereien, die die Tonmeister mit dem System anstellen können – zu den Höhepunkten der Tour. "Echt beeindruckend", befand Matthias Krome, einer der Teilnehmer, der aus den mehr als 200 Bewerbern für den LZ-Besuch in der Musikhochschule ausgelost worden war.

Zu Beginn des Nachmittags hatte Prof. Dr. Joachim Thalmann von der Hochschule die Gäste im Konzerthaus empfangen. Er führte sie durch den verschneiten Palaisgarten und machte immer wieder Station an einzelnen Häusern – "einige davon werden selbst alteingesessene Detmolder noch nicht als Hochschulgebäude identifiziert haben", so Thalmann.

Im Schlagzeughaus hörte die LZ Gruppe ein kleines Exklusiv-Konzert: Zwei Studenten spielten auf Marimbaphonen und Cajón ein Piazzolla-Stück. Zwischendurch erzählte Thalmann den Besuchern viel Interessantes aus der Geschichte und dem aktuellen Leben an der Hochschule. So erfuhren sie, dass die damalige Nordwestdeutsche Musikakademie 1946 als erste Hochschule auf deutschem Boden nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde. Sie lernten, dass in den hart umkämpften Studienfächern nur zwei von 80 Bewerbern die Aufnahmeprüfungen bestehen, dass auf 700 Studierende 200 Hochschullehrer kommen und dass die Einrichtung pro Jahr fünf neue Konzertflügel anschaffen muss. "Nicht etwa, weil die Studenten da Cola reinkippen würden. Sie üben so fleißig, dass die Instrumente einfach nach kurzer Zeit ,alle‘ sind", so Thalmann.

Nach einer Pause bei Kaffee und Kuchen demonstrierte Prof. Dr. Malte Kob, Leiter des Erich-Thienhaus-Institutes, die ungeheuren technischen und akustischen Möglichkeiten des Konzerthauses. Er ließ die midifizierte Orgel wie von Geisterhand spielen und veränderte die Nachhallzeiten, so dass es klang, als habe sich der Saal in eine große Kirche verwandelt. "Ein großartiger Nachmittag", meinte LZ-Leser Gerhard Born. "Wir hören häufig Konzerte in der Hochschule, aber das, was wir heute gesehen und erlebt haben, kannten wir noch nicht."

Die Aktion "LZ öffnet Türen" ist demnächst bei der Polizei, der Bundeswehr und im Landestheater zu Gast – und einmal gehts sogar in den Kopf des Hermannsdenkmals. Alle Aktionen werden rechtzeitig in der LZ bekannt gegeben, so dass sich Interessierte anmelden können.



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