Donnerstag, 17.05.2012
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08.04.2011
FAMILIENBANDE
Ohne Moos nix los
Eltern sollten das Taschengeld dem Alter des Kindes anpassen
VON DANIEL HOBEIN

Ab Sommer gibt’s mehr: Elisa Elsner kauft sich für ihr Taschengeld meist Stifte oder einen Malblock. Mama Heike möchte für ihre Tochter ein eigenes Taschengeldkonto einrichten. | Foto: Hobein

Bad Salzuflen. Eltern belohnen gute Leistungen oder erfüllen Wünsche der Kinder auch mal zwischendurch. Taschengeld gibt’s extra. Jugendamtsmitarbeiterin Maren Hopf sieht das kritisch.

Bad Salzuflen. Jennifer Krüger reichen die 25 Euro, die sie im Monat von ihren Eltern bekommt, nicht aus. Die 13-Jährige jobbt nebenbei als Babysitter. "Dabei bekomme ich nochmal etwa 50 Euro", sagt sie. Das Geld gehe dann meist für Schuhe und Schminksachen drauf. Außerdem werden zehn Euro aufs Sparbuch gezahlt. Belohnungen für gute Schulleistungen gibt’s ebenfalls. Sparen tut auch Timo Winkler. Der 15-Jährige bekommt "ab und zu mal 20 Euro". Monetäre Belohnungen für gute Schulnoten oder bei der Hilfe im Haushalt kenne er aber auch. "Ich arbeite seit einigen Jahre auf einen Bauernhof und bekomme da zwischen 150 bis 200 Euro", sagt Bad Salzufler. Landwirt sei sein späterer Berufswunsch.

Info
Taschengeld

Als Orientierunghilfe schlägt Maren Hopf vor, Kindern unter sechs Jahren ein Taschengeld von 50 Cent pro Woche zu zahlen. Sechs- und Siebenjährigen 1,50 bis 2 Euro die Woche und Acht- und Neunjährigen jeweils 50 Cent beziehungsweise einen Euro mehr. Ab dem zehnten Lebensjahr 12,50 Euro pro Monat, und bis zum Alter von 14 Jahren sollte dieser Betrag dann jeweils um 2,50 Euro pro Lebensjahr steigen.

Heike Elsner hat sich für ihre beiden Kinder ein Konzept überlegt: Tochter Elisa bekommt mit ihren sieben Jahren einen Euro pro Woche. "Das reicht für Stifte, ein Malbuch oder auch mal Süßigkeiten", sagt Elisa. Anders schaut es da bei Sohn Erik (9) aus. "Wir haben für ihn ein Taschengeldkonto angelegt, auf dem jeden Monat zehn Euro eingezahlt werden. Er kann dann selber über das Geld bestimmen", erzählt Heike Elsner.

Ein guter Weg, findet Jugendschützerin Maren Hopf von der Stadt Bad Salzuflen. "Es ist sehr sinnvoll, den Kindern zu ermöglichen, sich von dem Geld wirklich das kaufen zu können, was sie wollen." Damit können sie den Umgang mit Geld üben. "Wenn es alle ist, müssen die Kinder halt warten, bis sie ihr nächstes bekommen", erklärt die Jugendschützerin. Extrazahlungen sollten nach Möglichkeit vermieden werden. "Rechtlich gesehen gibt es keinen Anspruch auf Taschengeld", berichtet die Jugendamtsmitarbeiterin. Trotzdem empfiehlt sie, ein den finanziellen Möglichkeiten angepasstes Taschengeld zu zahlen.
Von einer finanziellen Belohnung bei der Hilfe im Familienalltag oder von guten Noten rät Maren Hopf ab. "Belohnungen und Bestrafungen über das Taschengeld regeln zu wollen, finde ich als Erziehungsmittel ungeeignet und unfair gegenüber den Kindern", sagt die Jugendschützerin.



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