Detmold. Die Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Gabriele Sons, hat Firmen darin bestärkt, schon Schüler für sich zu interessieren. Sons besuchte am Mittwoch Lippe.
Schon früh junge Menschen für eine Karriere im Unternehmen zu interessieren, sei eine Möglichkeit, um gegen andere Regionen im Wettbewerb um die Köpfe zu bestehen, sagte Gabriele Sons bei einem Besuch in der Redaktion der Lippischen Landes-Zeitung.
Die Gesamtmetall-Geschäftsführerin besuchte am Mittwoch den lippischen Arbeitgeberverband, sprach mit den Vorstandsmitgliedern über die im März beginnende neue Tarifrunde und machte sich ein Bild von der Produktion in der Lemgoer Firma Zumtobel.
Der Hersteller von Lichtquellen und Leuchten sei ein gutes Beispiel für ein funktionierendes Betriebsklima, schilderte sie ihren Eindruck. Geschäftsleitung und Betriebsrat hätten sich auf Spielregeln verständigt, um gemeinsam die Krise der vergangenen Jahre durchzustehen.
Ein gutes Betriebsklima und individuelle Förderung der Mitarbeiter seien zudem gute Möglichkeiten, Fachkräfte an das eigene Haus zu binden. Sons riet den Betrieben, schon frühzeitig den Kontakt zu Schülern zu suchen und duale Studiengänge anzubieten, um dem oft prognostizierten Fachkräftemangel zu begegnen, auch wenn der noch nicht überall spürbar sei.
Darüber hinaus müssten die Unternehmen einen ganzen Baukasten nutzen; dazu gehöre auch, verstärkt Teilzeitlösungen anzubieten, um die Potenziale gut ausgebildeter Frauen nutzen zu können. Dafür müsse in der Metall- und Elektroindustrie das Verständnis noch wachsen. Selbst Kinderbetreuungsplätze anzubieten oder anzukaufen sei hingegen für viele Unternehmen nicht möglich - und auch nicht ihre Aufgabe.
Der Gewerkschaftsforderung, Auszubildende unbefristet zu übernehmen, erteilte sie hingegen eine klare Absage. Das beende die Bereitschaft von Firmen wie Zumtobel, über den eigenen Bedarf hinaus auszubilden oder auch schwächere Kandidaten in die Lehre zu nehmen. Die meisten Firmen versuchten ohnehin, ihre Azubis zu übernehmen, schließlich investierten sie viel Geld in den Nachwuchs. "Aber es muss auch das gute Recht eines Unternehmens sein, zu sage: Wir passen nicht zueinander."
Die derzeit in Berlin diskutierten Steuererleichterungen hielt die Wirtschaftsvertreterin für wenig sinnvoll. Besser sei es, die Mehreinnahmen durch gute Konjunktur zum Schuldenabbau zu nutzen. Denn Schulden- und Bankenkrise belasteten die investitionsintensive Metall- und Elektroindustrie sofort, wenn weniger Kredite gegeben würden.
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