Bürgerinitiative gegen den Nationalpark ruft für 21. Januar zur Demo
Detmold (lz). Das Hermannsdenkmal für den streitbaren Cherusker Arminius oberhalb Detmolds nutzten am Samstag rund 100 Befürworter eines Nationalparks, um bei einer besonderen Demonstration für eine entsprechende Ausweisung von Senne und Teutoburger Wald zu werben.
Vertreter der Umwelt- und Naturschutzgruppen ließen vom Denkmal ein 20 Meter langes Banner mit der Aufschrift "Nationalpark jetzt" herab. "Hermann würde für unseren Nationalpark stimmen", ist sich Josef Tumbrinck, Vorsitzender dees Naturschutzbunds Deutschland (NABU) in NRW, sicher. Gerade wegen der Heimatverbundenheit habe man den Platz gewählt.
Und natürlich gibt es eine zweite Verbindung: Buchenurwälder, in denen sich die Römer verirrten, waren wohl die weitverbreitetste Waldart im damaligen Germanien. "Wir brauchen den Nationalpark, weil die Natur ein Refugium braucht, in dem die Natur Natur sein kann", so Hans-Dieter Wiesemann vom NABU-Kreisverband Lippe.
Gegner demonstrieren am 21. Januar
Die Bürgerinitiative gegen den Nationalpark im Teutoburger Wald ruft zu einer Demonstration auf. Damit soll die Ablehnung gegen die Nationalpark-Idee bekräftigt werden.
Am Samstag, 21. Januar, soll sich der Demonstrationszug um 12 Uhr am Kronenplatz in der Detmolder Innenstadt in Bewegung setzen. Gegen 13 Uhr ist eine Kundgebung vor dem Landestheater geplant. Gastredner wird, wie berichtet, der Europaparlamentarier Elmar Brok (CDU) sein, der gegen 13.15 Uhr seine Sicht der Dinge darstellen wird.
In einer Pressemitteilung unterstützt eine Arbeitsgruppe "Naturschutz mit Augenmaß" des FDP-Bezirksverbandes den Aufruf. Ihrer Auffassung nach schadet der Nationalpark der Region. Die FDP in Ostwestfalen Lippe stehe weiterhin dafür ein, die Bedürfnisse des Menschen, der Natur und der Wirtschaft in Einklang zu bringen, wird Thorsten Baumgart von der Arbeitsgruppe zitiert.
Zudem sei von politischer oder gesellschaftlicher Einigkeit bei der Errichtung des Nationalparks nichts zu spüren. Der Kreistag Paderborn habe beispielsweise einen Beschluss gegen einen Nationalpark in OWL gefasst. Im Kreis Höxter zeichne sich ebenfalls eine politische Mehrheit gegen solche Planungen ab, auch in Gütersloh befasse sich der Kreistag mit einer Resolution gegen das Vorhaben. Die FDP forderte NRW-Umweltminister Remmel auf, die Planungen aufzugeben.
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