Mittwoch, 22.05.2013
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26.01.2012
DETMOLD
"Rechte Szene wirbt bei Jugend"
Verstärkte Aktivitäten in Detmold

Mahnt zur Wachsamkeit | Foto: Engelhardt

Detmold (te). Die rechtsextreme Szene in Lippe hat nach Ansicht des Antifaschistischen Arbeitskreises Detmold im vergangenen Jahr verstärkt Jugendliche angeworben. Rund 30 bis 35 junge Menschen orientierten sich in Richtung der rechtsextremen "Freien Kräfte Detmold". Neu: Auch sieben junge Frauen seien darunter.

Das sind Erkenntnisse, die die Referenten Dr. Karsten Wilke und Jan Raabe jüngst in der Stadthalle berichteten. Dort informierte der Antifaschistische Arbeitskreis vor rund 100 Zuhörern über die regionale Rechte.

Die "Freien Kräfte Detmold" umfassten etwa zwölf Personen im harten Kern plus 30 bis 40 Jugendliche im Umfeld, so die Referenten. Daneben gebe es in Bad Salzuflen eine rechte Gruppierung. In Detmold seien im vergangenen Jahr verstärkt Jugendliche an bekannten Treffpunkten wie auf dem Schlossplatz angesprochen worden, wussten Vertreter der Antifa zu berichten.

Allerdings sei Rechtsextremismus kein Jugendphänomen und auch kein Thema einer Subkultur, so Raabe und Wilke. Antisemitisches und ausländerfeindliches Gedankengut reiche bis weit in die Mitte der Gesellschaft.

Volker Wiemann vom Antifaschisten Arbeitskreis riet zur Wachsamkeit, damit die "Freien Kräfte" sich nicht weiter radikalisierten. Denn Gewaltbereitschaft sei Bestandteil der faschistischen Ideologie. Er forderte die Justiz auf, konsequent gegen rechte Straftäter vorzugehen.

Das unterstrich auch der Sozialwissenschaftler Alexander Häusler von der Arbeitsstelle Neonazismus der FH Düsseldorf in Berlebeck. Die "Freien Kameradschaften" müssten permanent den Druck der Beobachtung spüren, sagte er. Denn diese Gruppen seien extrem gewaltbereit. Auch die Zwickauer Terrorzelle sei aus einem solchen Netzwerk entstanden, erläuterte Häusler, der auf Einladung des Berlebecker "Aktionsbündnisses gegen Rechts" im Hotel Kanne die Zusammenhänge der rechten Szene beleuchtete.

Die "Freien Kameradschaften" bildeten sich, nachdem verschiedene extrem rechte Kleinstparteien und Vereine verboten worden waren. Sie seien von den Behörden schlechter zu identifizieren und zu kontrollieren, erklärte der Sozialwissenschaftler. Massive Kritik übte er laut einer Pressemitteilung des Aktionsbündnisses an der V-Mann-Politik der Verfassungsschutzbehörden. Die Erfolge seien zweifelhaft, die Rechte Szene werde dadurch aber mit Geld versorgt und das wichtige Verbot der NPD gleichzeitig verhindert.


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