Kalletal-Hohenhausen. Die Telefonzentrale im Kalletaler Rathaus ist schon länger nicht mehr besetzt. Eine angedachte Kooperation mit dem Kreis Lippe findet jedoch keine Mehrheit in der Politik.
Mit 9:8-Stimmen haben sich SPD, Bündnisgrüne und UKB gegen die CDU und damit gegen die öffentlich-rechtliche Vereinbarung ausgesprochen, die dem Haupt- und Finanzausschuss in seiner jüngsten Sitzung vorgelegt wurde.
SPD-Fraktionschef Uwe Busch: "Wir sind dagegen. Das hat mit der Bürgernähe, von der gerade im Leader-Prozess immer wieder gesprochen wird, nichts mehr zu tun." Und Andreas Sandmann, der Fraktionsvorsitzende der UKB, meinte: "Der Arbeitsplatz ist doch vorhanden, und es muss doch möglich sein, da jemanden zu beschäftigen."
Wie der von Bürgermeister Andreas Karger unterzeichneten Verwaltungsvorlage zu entnehmen ist, habe die Gemeinde bei ihren Bemühungen zur Haushaltskonsolidierung die Möglichkeiten interkommunaler Zusammenarbeit geprüft. Vor dem Hintergrund der personellen Vakanz der Telefonzentrale sei Kontakt mit dem Kreis aufgenommen worden, um im Bereich des telefonischen Bürgerservices noch intensiver zusammenzuarbeiten.
Denn seit Juli 2011 sei die Gemeinde Teilnehmer im Verbund der einheitlichen Behördennummer "115", und seit September vergangenen Jahres bediene der Bürgerservice des Kreises die Kalletaler Telefonzentrale bereits im Pilotbetrieb.
Beide Partner würden sich von einer intensiveren Zusammenarbeit nur Vorteile versprechen - die Gemeinde könne nicht nur Personalkosten sparen, auch ihre telefonische Erreichbarkeit verbessere sich. Und der Kreis Lippe profitiere unter anderem mit einem "erhöhten Deckungsgrad seines Personal- und Sachaufwandes im Bürgerservice".
Ein Aspekt, auf den während der Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss Kargers Mitarbeiter Borris Ortmeier aufmerksam machte und der seiner Meinung nach für die Vereinbarung spricht, ist die bisher bereits praktizierte Lösung, dass eingehende Anrufe in einer so genannten "Telefonschleife" durchs Rathaus "wandern". "Das stört die Mitarbeiter in ihrer Arbeit und ist nicht zumutbar", sagte er.
Manfred Rehse (SPD) sieht hingegen ein anderes Problem, sollte es zu der Vereinbarung kommen: "Wenn jemand, um nur ein Beispiel zu nennen, Herrn Limpke anruft, der aber krank ist, dann geht der Ruf nach Detmold, und weil dort niemand weiß, dass er nicht an seinem Arbeitsplatz ist, wird wieder mit dem Apparat Limpke verbunden."
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