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31.01.2012
DETMOLD
Detmolder Shisha-Bars droht das Aus
Verschärftes Rauchverbot könnte Gastronomen gefährden

Rauchendes Vergnügen | Foto: Preuss

Detmold (nit/bo) . Drei Shisha-Bars gibt es in Detmold. Doch ab Sommer 2012 soll in NRW der Nichtraucherschutz verschärft werden. Bedroht das die Gastronomie rund um die Wasserpfeife? Die LZ fragte nach.

Orientalische Musik dringt sanft aus den Lautsprechern, exotische Muster prägen die Kissen auf dem Diwan. Auf der Theke warten detailreich verzierte Wasserpfeifen auf ihren Einsatz. Dahinter steht Kamal Kataya und raucht eine Zigarette. Seit einem Jahr ist er Besitzer des "Dubai Café" an der Paulinenstraße, einer von drei Detmolder Shisha-Bars. Deswegen steckt der 31-jährige Libanese besonders viel Herzblut in sein Café. Die überwiegend jungen Gäste sind "nicht nur Kunden, sondern Freunde". Freunde waren es auch, die den gelernten Automechaniker dazu ermutigt haben, eine eigene Bar zu eröffnen.

Doch nun plant die Landesregierung ein schärferes Nichtrauchergesetz. Tritt es in Kraft, dürften auch die Wasserpfeifen nicht mehr in einer Bar glimmen. "Nach heutigem Stand würde das Gesetz auch Shisha-Bars betreffen", bestätigte Serap Celen, Pressesprecherin beim Gesundheitsministerium in Düsseldorf, auf LZ-Anfrage. Ob das Gesetz in seiner derzeitigen Fassung aber auch verabschiedet werde, stehe noch längst nicht fest. "Derzeit läuft eine Verbände-Anhörung", erklärte Celen. "Danach wird das Gesetz weiter Gestalt annehmen."

Info
Die arabische Pfeife:

Eine Shisha ist eine arabische Wasserpfeife. Sie besteht aus mindestens vier Teilen: Dem Wassergefäß, der Rauchsäule, dem Pfeifenkopf und dem Schlauch. Der Kopf wird mit dem feuchten Wasserpfeifentabak gefüllt und dann mit heißer Kohle bedeckt. Dadurch verdampfen die im Tabak enthaltene Feuchtigkeit und die Aromastoffe. Der lange Weg des Rauches vom Verdampfen bis zum Inhalieren führt durch ein mit Wasser gefülltes Gefäß und den Schlauch zum Mund. Das kühlt den Rauch stark ab, dadurch soll er angenehmer schmecken. Wie im Online-Lexikon Wikipedia zu lesen ist, ist es aber nicht gesünder, Wasserpfeife zu rauchen.

Kamal Kataya sieht alles noch gelassen. Noch gebe es das Gesetz ja nicht, und außerdem habe es bisher noch nie Ärger um seine Bar gegeben. So lange das so sei, gehe er davon aus, dass sie auch bestehen könne.

Skeptischer betrachtet der lippische Hotel- und Gaststättenverband das Thema. Für die Shisha-Bars gehe es bei einem Rauchverbot um die Existenz, sagt Geschäftsführer Kai Buhrke. Besonders gekniffen seien dazu auch die Gastronomen, die gerade in eine Trennung von Raucher- und Nichtraucherbereich investiert hätten. Eine weitere Verschärfung des Gesetzes hält Buhrke für überflüssig. Auch im Sinne der Shisha-Bars. Wer sie aufsuche, wisse ja, dass dort die Wasserpfeife qualme.

"Bei mir ist jeder herzlich willkommen, der friedlich feiern, chillen oder rauchen möchte", sagt Kamal Kataya. Der größte Teil seiner Gäste seien Schüler und Studenten - sowohl Deutsche wie Zuwanderer wie Ekbal Can. Der Wirtschaftsingenieurstudent wohnt erst seit Kurzem in Detmold und kommt sehr gerne in das "Dubai Cafe". 35 Tabaksorten hält Kataya bereit. Die beliebteste Sorte ist Zitrone mit Minze, aber von Banane mit Milch bis hin zu Kola oder Brombeergeschmack reicht die Auswahl. Kamal Kataya glaubt an eine Zukunft der Wasserpfeife und investiert. Im Sommer soll die Terrasse fertig sein, auf der dann nicht nur die Wasserpfeife, sondern auch der Grill rauchen kann.


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Kommentare
Wenn die Wasserpfeifenlokale (die mit ihrem lieblichen, fruchtigen Tabaken mit Glykolzusatz jungen Leuten den Einstieg in die Nikotinsucht deutlich angenehmer machen) "ihre" gesetzliche Ausnahme vom Rauchverbot kriegen, was passiert dann wohl: Diverse Gaststätten stellen sich 2 oder 3 Wasserpfeifen in ihr Lokal, deklarieren sich "offiziell" als Shisha-Gaststätte - und umgehen so -wie bisher schon die angeblichen Raucher"clubs" und "-vereine"- das (Nicht-)Raucherschutzgesetz. Dann wird auch das neue Gesetz dank "offizieller" Schlupflöcher wieder 1000fach missachtet.

@ Ivonne..
Menschen sterben auch...sowieso...,
aber wenn es Ihnen Spaß macht, lasst sie doch rauchen .
Trinken ist genauso schädlich und viele andere Dinge, welche man als *Genussmensch* mag , auch.
Selbst Nonnen sterben ... +lach+ obwohl sie *Manches* nicht geniesen können und dürfen.
Davon mal abgesehen , der Staat braucht die Tabaksteuer für die Erhaltung der Zahllast für die Mandatsträger und ihre Gesetzesflut .!
Also .. nicht ängstigen ..ALLES wird Gut...!

Kneipen sterben sowieso, ob geraucht werden darf oder nicht. Heutzutage haben gerade die jüngeren ein anderes Freizeitverhalten und hängen nicht mehr in Kneipen ab. Daher sterben Kneipen seit den 80ern, wo es noch keine rauchverbote gab.
Und wer an die (in der Praxis mehrfach widerlegten) Lobbymärchen glaubt: lieber Kneipensterben als Menschensterben. Tabakprodukte gehören generell endlich verboten.
Wir verklappen auch keine Chemieabfälle in den Rhein nur weil das Jobs sichert. Vollkommen absurd..


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