Detmold (nit/bo) . Drei Shisha-Bars gibt es in Detmold. Doch ab Sommer 2012 soll in NRW der Nichtraucherschutz verschärft werden. Bedroht das die Gastronomie rund um die Wasserpfeife? Die LZ fragte nach.
Orientalische Musik dringt sanft aus den Lautsprechern, exotische Muster prägen die Kissen auf dem Diwan. Auf der Theke warten detailreich verzierte Wasserpfeifen auf ihren Einsatz. Dahinter steht Kamal Kataya und raucht eine Zigarette. Seit einem Jahr ist er Besitzer des "Dubai Café" an der Paulinenstraße, einer von drei Detmolder Shisha-Bars. Deswegen steckt der 31-jährige Libanese besonders viel Herzblut in sein Café. Die überwiegend jungen Gäste sind "nicht nur Kunden, sondern Freunde". Freunde waren es auch, die den gelernten Automechaniker dazu ermutigt haben, eine eigene Bar zu eröffnen.
Doch nun plant die Landesregierung ein schärferes Nichtrauchergesetz. Tritt es in Kraft, dürften auch die Wasserpfeifen nicht mehr in einer Bar glimmen. "Nach heutigem Stand würde das Gesetz auch Shisha-Bars betreffen", bestätigte Serap Celen, Pressesprecherin beim Gesundheitsministerium in Düsseldorf, auf LZ-Anfrage. Ob das Gesetz in seiner derzeitigen Fassung aber auch verabschiedet werde, stehe noch längst nicht fest. "Derzeit läuft eine Verbände-Anhörung", erklärte Celen. "Danach wird das Gesetz weiter Gestalt annehmen."
Die arabische Pfeife:
Eine Shisha ist eine arabische Wasserpfeife. Sie besteht aus mindestens vier Teilen: Dem Wassergefäß, der Rauchsäule, dem Pfeifenkopf und dem Schlauch. Der Kopf wird mit dem feuchten Wasserpfeifentabak gefüllt und dann mit heißer Kohle bedeckt. Dadurch verdampfen die im Tabak enthaltene Feuchtigkeit und die Aromastoffe. Der lange Weg des Rauches vom Verdampfen bis zum Inhalieren führt durch ein mit Wasser gefülltes Gefäß und den Schlauch zum Mund. Das kühlt den Rauch stark ab, dadurch soll er angenehmer schmecken. Wie im Online-Lexikon Wikipedia zu lesen ist, ist es aber nicht gesünder, Wasserpfeife zu rauchen.
Kamal Kataya sieht alles noch gelassen. Noch gebe es das Gesetz ja nicht, und außerdem habe es bisher noch nie Ärger um seine Bar gegeben. So lange das so sei, gehe er davon aus, dass sie auch bestehen könne.
Skeptischer betrachtet der lippische Hotel- und Gaststättenverband das Thema. Für die Shisha-Bars gehe es bei einem Rauchverbot um die Existenz, sagt Geschäftsführer Kai Buhrke. Besonders gekniffen seien dazu auch die Gastronomen, die gerade in eine Trennung von Raucher- und Nichtraucherbereich investiert hätten. Eine weitere Verschärfung des Gesetzes hält Buhrke für überflüssig. Auch im Sinne der Shisha-Bars. Wer sie aufsuche, wisse ja, dass dort die Wasserpfeife qualme.
"Bei mir ist jeder herzlich willkommen, der friedlich feiern, chillen oder rauchen möchte", sagt Kamal Kataya. Der größte Teil seiner Gäste seien Schüler und Studenten - sowohl Deutsche wie Zuwanderer wie Ekbal Can. Der Wirtschaftsingenieurstudent wohnt erst seit Kurzem in Detmold und kommt sehr gerne in das "Dubai Cafe". 35 Tabaksorten hält Kataya bereit. Die beliebteste Sorte ist Zitrone mit Minze, aber von Banane mit Milch bis hin zu Kola oder Brombeergeschmack reicht die Auswahl. Kamal Kataya glaubt an eine Zukunft der Wasserpfeife und investiert. Im Sommer soll die Terrasse fertig sein, auf der dann nicht nur die Wasserpfeife, sondern auch der Grill rauchen kann.
stehenden Code hier ein*: