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14.02.2012
KALLETAL
Dem Ferienpark Lüdenhausen droht das Aus
Unabhängige Bürger fordern Bleiberecht – Strenge Auflagen vom Land
VON THOMAS REINEKE

Wollen sich dafür einsetzen, dass alle Ferienpark-Bewohner bleiben dürfen | Foto: Reineke

Kalletal-Lüdenhausen. Müssen tatsächlich Menschen ihr Zuhause im Ferienpark Lüdenhausen verlassen? Die UKB-Fraktion im Gemeinderat stemmt sich dagegen. Doch die Vorgaben vom Land sind streng.
"Ich kann kaum noch ruhig schlafen." Seit Erika Müller weiß, dass sie mit ihrem Mann das seit Oktober 2008 gemietete Haus im Ferienpark Lüdenhausen verlassen soll (die LZ berichtete), geht es ihr schlecht. "Mich bekommt man hier nur an Handschellen ­heraus", bekräftigt ihr Mann.

Info
Ferienpark Lüdenhausen

Die Anfang der 1980er Jahre errichtete Anlage befindet sich nordöstlich des Ortskerns. Die 32 Holzhäuser – Wohn­fläche jeweils um die 60 Quadratmeter – sind alle ans öffentliche Kanalnetz angeschlossen, haben Strom und Telefon und werden mit Gas beheizt. Nur wenige Jahre nach der Eröffnung ging der Betreiber in Konkurs. Seitdem dient der Park, dessen Häuser unterschiedlichen Besitzern gehören, fast ausschließlich nicht mehr als Urlaubs-, sondern als Wohnort. (Rei)

"Wir lassen die Menschen im Ferienpark nicht allein", betont Ingo Mühlenmeier. Der Ratsherr der Unabhängigen Kalletaler Bürger (UKB) informierte sich jetzt mit dem Fraktionsvorsitzenden An­dreas Sandmann und Jörn Saak im Feriendorf am Ortsrand von Lüdenhausen. Mühlenmeier sprach davon, "mit Entsetzen" von der angeordneten Zwangsräumung in der LZ gelesen zu haben. Darüber hinaus bezeichnete er den Stichtag 1. Januar 2008, der entscheide, wer vom Kreis Lippe im Park geduldet werde und wer jetzt ausziehen müsse, "als völlig willkürlich gesetzt."

Mühlenmeier ist nach eigener Aussage "sehr zufrieden damit, wie das Feriendorf aktuell genutzt und in Schuss gehalten wird" und so nicht zum Schandfleck verkomme. Fraktionsvorsitzender Sandmann kündigte an, dass die UKB im Kalletaler Rat den Antrag stellen werde, das "Sondergebiet Ferienhäuser" im Flächennutzungsplan in ein Wohngebiet umzuwandeln, um das Dauerwohnen zu legalisieren. Zuvor werde die UKB darauf pochen, dass alle Betroffenen weiter geduldet werden.

Allein: Die rechtliche Lage ist aus Sicht des Landes-Bauministeriums eindeutig. In Ferienparks dürfe nicht dauerhaft gewohnt werden, hieß es gestern aus Düsseldorf. Eine Umwandlung der Grund­stücke in Wohngebiet sei nach einer durch den Petitionsausschuss des Landtags mit dem Wirtschafts- und dem Bauministerium geschlossenen Vereinbarung nur unter folgenden Bedingungen denkbar:

1.) Der Ferienpark muss an ein Wohngebiet angrenzen.

2.) Der Ferienpark muss wie ein Wohngebiet erschlossen sein: mit Kanälen, Energieversorgung, Gehwegen und entsprechend breiten Straßen.

3.) Die Kommune, die einen Ferienpark in ein Wohngebiet umwandelt, muss an anderer Stelle ein bestehendes Wohngebiet aufgeben.

Angesichts dieser Auflagen sieht die Gemeinde Kalletal für einen Antrag auf Umwandlung des Gebiets bei der Bezirksregierung "keine Erfolgsaussichten", so Pressesprecher Borris Ortmeier gestern auf Anfrage. Und: "Die Vorgaben des Landes sind so, wie sie sind. Die Gemeinde muss das akzeptieren."


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Kommentare
Beschäment wie hier mit Menschen umgegangen wird ! Da braucht man nicht mehr stolz sein ein Deutscher zu sein !

Herr Müller,

die besseren Menschen sind wir am Meierberg nicht. Hier ging es letzendlich einfach nur um Kapital. Erwarten Sie keine Menschlichkeit wenn es ums Geld geht. Wir bitten die LZ jetzt schon , die Erklärung Herrn Heuwinkels bezüglich der möglichen Fristverschiebung bei uns, in der Presse zu veröffentlichen. Wann hört es eigentlich auf die Menschen für völlig dämlich zu verkaufen...??

Landrat Heuwinkel hat für den Pöbel keine Zeit. Der muß an seinem Denkmal basteln. Der Nationalpark geht nun einmal vor. Man sollte mal öffentlich am Meierberg anfragen warum dort eine Bürgerfreundliche Fristverschiebung möglich war. Herr Landrat hat bestimmt die passende Antwort.

Herr Bürgermeister Karger
Warum setzen wir Besitzer,Mieter dieUKB und der Kreis Lippe nicht mal zusammen und rede. Warum es im Rott logalisiert wurde, und hir in Lüdenhausen nicht.

Wie ich heute erfahren habe wehrt sich der Kreis-Lippe vehement gegen eine Fristverlängerung der Duldung zum Wohnen in dem angeblichem Feriendorf Lüdenhausen.
Diese wurde jedoch dem reinem Ferienpark Meierberg im Extertal zugestanden.Herr Landrat sind das die besseren Menschen?



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