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15.02.2012
OWL
OWL bei Touristen weiter hoch im Kurs
Aber: Experte Tobias Valentien fordert Region zu Qualitätsoffensive auf

Positiv

OWL. Der Teutoburger Wald bleibt die beliebteste Tourismusregion in Nordrhein-Westfalen. Das ist die positive Nachricht für die Branche, wenn man nach Übernachtungszahlen des Statistikbetriebs geht. 6,43 Millionen Übernachtungen verzeichnete die Tourismusregion im Vorjahr, ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber 2010. Allerdings wuchsen andere Regionen kräftiger, teils um gut 8 Prozent, wie der Raum Köln/Bonn.

"Ich bin recht zufrieden", sagt Tobias Valentien, Fachbereichsleiter Teutoburger-Wald-Tourismus bei OWL Marketing. Es freue ihn, "dass wir bei allen Daten im Plus sind". Der Experte sieht allerdings auch, dass die Konkurrenz im Land stark ist. "Wenn die anderen dynamischer wachsen, ist der Abstand natürlich geringer geworden", analysiert Valentien. Wenn man die übernachtungssärkste Region des Landes sei, sei es natürlich schwieriger, "Sprünge nach vorne zu machen".

Die Gründe, weshalb das Wachstum bei Gästeankünften und Übernachtungen in OWL nicht ganz so kräftig ausgefallen ist, wie in manch anderen Teilen von NRW, kennt der Tourismusexperte. Rund 40 Prozent der Übernachtungen entfielen auf den Bereich Kur und Reha. Doch, so Valentien: "Dort bröckelt es strukturell." Denn die die Zahl der sozialkassenfinanzierten Kuren sei rückläufig. Doch der Teutoburger Wald zieht bei den Übernachtungsgästen in anderen Bereichen. Geschäftsreisen und das Tagungsgeschäft entwickelten sich positiv, so Valentien. Auch der Kurzurlaub mit Angeboten wie Wandern, Wellness oder Radtouristik laufe gut.

Valentien gibt darüber hinaus zu bedenken, dass die jetzt veröffentlichte Statistik nur Betriebe mit mehr als acht Betten erfasse. Doch in der Region gibt es nach seiner Schätzung rund 300 Betriebe, die kleiner sind. Auch seien in den aktuellen Zahlen die Tagesgäste nicht erfasst. Die seien aber enorm wichtig. Valentien: "Zwei Drittel der Wertschöpfung finden im Tagestourismus statt". Die Branche erzielte 2009 im Regierungsbezirk Detmold nach Valentiens Angaben einen Gesamtsatz von 2,59 Milliarden Euro.

Schaut man auf die Übernachtungszahlen der Kreise und der Stadt Bielefeld, so fallen die Ergebnisse durchaus unterschiedlich aus.Die Zahlen für den Regierungsbezirk Detmold:

Stadt Bielefeld: mehr als 500.000 Gästeübernachtungen (+4,7 Prozent), die Zahl der Gästeankünfte stieg auf 280.000 ( +1,5 Prozent),
Kreis Gütersloh: 496.046 Gästeübernachtungen (+12,3 Prozent), 267.697 Gästeankünfte (+11,2 Prozent),
Kreis Lippe: 1.577.158 (-0,5), 373.672 (-2,6),
Kreis Herford: 418.637 (-5,8), 107.121 (-2,7),
Kreis Höxter: 1.136.390 (+0,7), 246.644 (+1,9),
Kreis Minden-Lübbecke: 1.447.096 (-1,6), 289.285 (+1,6),
Kreis Paderborn: 846.576 (+0,8), 302.891 (+3,3).

Diese Zahlen sieht Tobias Valentien auch als Herausforderung an. "Wir müssen schauen, dass die Grundqualität besser wird." Man müsse zudem sehen, wie Investitionsstaus aufgelöst werden könnten. Seine Prognose: "Es wird in den nächsten Jahren eine gewisse Marktbereinigung geben."


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Kommentare
OWL und Lippe stehen, touristisch gesehen, offensichtlich gut da. Zwar war im Kreis Lippe ein leichtes Minus zu verzeichnen, aber das kommt schon mal vor.
Durch die Bestätigung der Wildkatze im Eggegebirge und im Teutoburger Wald darf man die Notwendigkeit eines Nationalparks in Lippe aus naturschutzfachlichen Gründen ohnehin sehr bezweifeln. Nun kommen noch die hervorragenden Zahlen der Tourismusbranche in OWL dazu, die einen Nationalpark auch aus Gründen der touristischen Entwicklung der Region als überflüssig erscheinen lassen.


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