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20.02.2012
KALLETAL
Anrufer landen wieder im Rathaus Kalletal
Kreis Lippe will 18.000 Euro für Telefon-Dienstleistung – das ist Kalletal zu teuer
VON DIETER ASBROCK

Kalletal/Kreis Lippe. Die Telefonzentrale der Kalletaler Gemeindeverwaltung wird nicht ins Kreishaus verlegt. Das hat der Rat entschieden. Der Landrat reagiert darauf mit Unverständnis.

Die Gemeindeverwaltung hatte einmal eine Telefonzentrale. Der dort in Teilzeit beschäftigte Mitarbeiter hat sich allerdings beruflich verändert, und im Rahmen der Haushaltskonsolidierung ist diese Stelle zunächst nicht wiederbesetzt worden, womit die Gemeinde knapp 20.000 Euro für eine halbe Stelle sparte. Eingehende Anrufe sind im Rathaus danach von verschiedenen Mitarbeitern angenommen und weitergeleitet worden.

Seit Mitte vergangenen Jahres ist die Gemeinde über die einheitliche Behörden-Rufnummer 115 erreichbar. Der Kreis Lippe hatte zudem seit dem 12. September versuchsweise die Telefonzentrale des Rathauses übernommen. Sowohl die Gemeindeverwaltung als auch der Kreis haben den Versuch positiv beurteilt und eine Kooperationsvereinbarung erarbeitet. Die Mitarbeiter im Rathaus würden entlastet, die telefonische Erreichbarkeit der Verwaltung verbessere sich, zudem leiste die Einsparung der Personalkosten einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung, heißt es in der Vorlage zur vergangenen Ratssitzung.

Gerade das zogen viele Ratsmitglieder in Zweifel. Denn der Kreis hatte errechnet, dass bei 700 Anrufen monatlich im Kalletaler Rathaus ein Verwaltungsangestellter zu 42 Prozent ausgelastet wäre. Der würde ein Jahresgehalt von 41.600 Euro bekommen, was anteilig 18.000 Euro ergibt, die die Gemeinde für diesen Service an den Kreis Lippe zu zahlen hätte.

Uwe Busch (SPD) konnte keinen Sinn darin erkennen, den Kreis für etwas zu bezahlen, das man für fast die gleiche Summe selber machen könne. "Für die 35 Anrufe, die rechnerisch am Tag in der Telefonzentrale auflaufen, brauchen wir das nicht", fand er. Auch Ulrich Kellmer (Grüne) und Manfred Rehse (SPD) hielten dagegen. Die Kreisumlage sei hoch genug, da müsse man nicht auch noch Geld hinterherwerfen.

Vergeblich verwies CDU-Fraktionschef Thomas Ortmeier darauf, dass es mit den reinen Lohnkosten nicht getan sei, schließlich müsse man auch für Urlaubs- und Krankheitsvertretungen sorgen. Die Mehrheit des Rates fand jedoch, dass 35 Anrufe täglich von den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung zu schultern seien.


Modell mit Vorbildfunktion ist geplatzt

Die angestrebte Kooperation im Bereich der telefonischen Dienstleistung zwischen der Gemeinde Kalletal und dem Kreis Lippe ist mit dem Ratsbeschluss geplatzt. "Über den Entschluss der Kalletaler Politik sind wir sehr enttäuscht und auch verwundert. Schließlich hätte die Gemeinde mit ihren Bürgern vor Ort von einer besseren Erreichbarkeit und der Kostenreduzierung profitiert", wird Landrat Friedel Heuwinkel in einer Pressemitteilung zitiert. Durch die interkommunale Zusammenarbeit auf diesem Sektor habe es seit September eine für beide Seiten vorteilhafte Lösung gegeben: "Auf Grund der Erfahrungen und dem Wissensstand unserer Mitarbeiter haben wir ein gutes Modell für die Zusammenarbeit entwickelt. Vielleicht sogar mit Vorbildfunktion für andere Städte und Gemeinden", so Thomas Wolf-Hegerbekermeier, Projektleiter beim Kreis Lippe.


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Kommentare
Es ist sicherlich wesentlich günstiger eine neue Stelle zu schaffen...Das muss doch schon wehtun so destruktiv zu sein!


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