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21.02.2012
LEOPOLDSHÖHE
Tipps im Umgang mit Wut-Zwergen
Christiane Wattenberg erklärt, warum der Nachwuchs oft so zornig ist

"Ich will aber" | Foto: olly/Fotolia.com

Leopoldshöhe. Eltern haben es schon oft erlebt: Der liebe Nachwuchs bekommt nicht seinen Willen, wirft sich auf den Boden und brüllt wie von Sinnen. Gelassen zu bleiben, fällt da oft schwer. Am Donnerstag, 1. März, um 14.45 Uhr referiert Heilpädagogin Christiane Wattenberg im Familienzentrum Regenbogen-Kinderland zum Thema "Wutanfälle - und alles bleibt ruhig". Die LZ sprach mit der Referentin über mögliche Ursachen und wirkungsvolle Erziehungsstrategien.

Frau Wattenberg, wie kommt es zu den, von Eltern oft so gefürchteten, Trotzphasen oder Wutausbrüchen bei Kindern?

Info
Persönlich:

Christiane Wattenberg (53) lebt mit ihrem Ehemann in Vlotho-Exter und hat drei erwachsene Kinder. Die Dipl.-Heilpädaagogin arbeitet als Systemische Familientherapeutin und Triple P-Trainerin (Positive Parenting Program). In ihrer Freizeit engagiert sie sich in der Kommunalpolitik und bringt sich ehrenamtlich in der Kirchengemeinde ein. Beim Wandern und Skifahren findet sie Ausgleich zum Beruf.

Christiane Wattenberg: Trotzphasen sind erstmal ein ganz gesundes Zeichen für eine normale Persönlichkeitsentwicklung. Jedes Kind muss diese Phasen durchlaufen, um sich gesund zu entwickeln. Eltern sollten die Ausraster ihrer Kinder deshalb nicht persönlich nehmen und schon gar nicht negativ sehen, sondern soweit wie möglich gelassen bleiben.

Das fällt nicht allen Eltern leicht. Viele haben Schwierigkeiten, mit den Wutausbrüchen ihrer Kinder umzugehen.

Wattenberg: Man muss halt schauen, wie man mit der Situation umgeht, ohne dass jemand zu Schaden kommt. Bei einem akuten Wutanfall, ist die Sprache meist nicht das richtige Mittel der Wahl. Häufig sind die Kinder so außer sich, dass die Worte gar nicht bis zu ihnen durchdringen. Ich halte stattdessen mehr davon, sich für eine kurze Zeit räumlich zu trennen, damit die Emotionen wieder etwas herunter kühlen können. Ein anschließendes Gespräch über das Geschehene und über mögliche Lösungen wirkt oft Wunder. Ganz wichtig ist dann aber ein klares Ende des Streits und ein harmonischer Neuanfang.

Meist treten Trotz- und Wutanfälle im zweiten Lebensjahr zum ersten Mal auf. Was sind die Gründe dafür?

Wattenberg: Kinder akzeptieren ein Nein seitens der Eltern nicht und wollen ihren Willen unbedingt durchsetzen. Manchmal ist es einfach Hilflosigkeit, denn in dieser Lebensphase können sich Kleinkinder ja noch nicht deutlich artikulieren. Aber auch Übermüdung oder schlichtweg Überforderung können Gründe für einen Wutausbruch sein.

Dennoch hat man häufig den Eindruck, das Kind will etwas damit erreichen.

Wattenberg:  (lacht) Viele Kinder bekommen nur an bestimmten Orten Wutanfälle. Geradezu klassisch ist der Machtkampf an der Supermarktkasse, wo die Süßigkeiten geschickt in Augenhöhe platziert sind. Die Argumente der Mutter nützen wenig, das Geschrei wird immer lauter und sorgt für reichlich Publikum. Als Mutter braucht man ein dickes Fell und sollte trotz Zuschauer in jedem Fall standhaft und konsequent bleiben.

Was können Eltern und Erzieher tun, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen?

Wattenberg: Kinder setzen Wutanfälle unter anderem als Mittel ein, um ihr Ziel zu erreichen. Am besten werden daher schon im Vorfeld klare Absprachen getroffen. Da wird dann eindeutig besprochen, ob sich das Kind zum Beispiel eine Süßigkeit an der Kasse nehmen darf oder nicht. Das sind klare Aussagen, mit denen jedes Kind etwas anfangen kann.

Alle Betroffenen wissen, dass solche Absprachen je nach Tagesform mal besser und mal schlechter funktionieren . . .

Wattenberg: In vielen Aussagen von Erwachsenen steckt für Kinder ganz viel Unklarheit. Wenn ich aber ganz klar und mit liebevoller, aber fester Stimme formuliere, was sie tun und lassen sollen, erkennen sie sehr schnell, ob die Aufforderung Ernst gemeint ist. Denn im Grunde geht es ihnen nur darum, Grenzen auszutesten.

Bei Ihren Vorträgen geben Sie Eltern auch wirkungsvolle Erziehungsstrategien an die Hand.

Wattenberg: Ja, in meiner beruflichen Praxis fällt mir auf, dass Kinder leider oft mehr Aufmerksamkeit für negatives Verhalten bekommen. Aber Kinder brauchen ganz viel Lob. Ihr positives Verhalten muss deutlich hervor gehoben werden. Wir neigen schnell dazu, nur die negativen Dinge zu sehen, während die positiven Eigenschaften als selbstverständlich hingenommen werden.

Das Interview führte LZ-Mitarbeiterin Heidi Stork.


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Liebevolle Konsequenz! Regeln, die Sinn machen und von ALLEN Mitgliedern der Familie eingehalten werden ( auch von den Eltern ), Zeit und Auszeit - und eine große Portion Humor - das beste Rezept für ein ( fast ) stressfreies Miteinander!
Bei uns funktioniert das seit nunmehr 26 Jahren wunderbar!


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