Freitag, 24.05.2013
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25.02.2012
DETMOLD
Tommy Krappweis im Interview
Über einen streitbaren Hermann, zweifelnde Götter und "Bernd das Brot"

Multitalent | Foto: Busch

Detmold. Für die Erfindung von "Bernd das Brot" hat er den GrimmePreis erhalten. Aber Tommy Krappweis schreibt - unter anderem - auch Romane. Am 1. März liest er in Detmold aus "Mara und der Feuerbringer".

Das ist eine Fantasy-Trilogie, die der Autor, Comedian und Produzent in der germanisch-nordischen Mythologie angesiedelt hat. Im Zentrum steht die 14-jährige Mara, die die drohende Götterdämmerung aufhalten soll. Fantasy - ja, aber gut recherchiert sein soll sie auch: Das ist der Anspruch von Krappweis, der in Detmold zusammen mit  Duivelspack auftreten wird. Die LZ sprach mit ihm.

Herr Krappweis, woher kennen Sie Duivelspack?

Tommy Krappweis: Als ich die "Mara"-Trilogie geschrieben habe, habe ich nach Musik gesucht, die ich beim Schreiben hören kann. Da bin ich im Internet ziemlich schnell auf das Album "Mythos Hildebrandtslied" gestoßen, das die Drei eingespielt haben, und habe das dann tatsächlich viel gehört. Natürlich habe ich dabei auch die lustigen Mittelalterlieder entdeckt. Mittlerweile kann ich alles mitsingen.

Info
Termin und Tickets:
"Mara, Mythen und Musik" beginnt am Donnerstag, 1. März, um 20 Uhr im Sommertheater, Neustadt 24. Karten kosten 15 Euro, Informationen unter Telefon 05231-309458.

Da lag ein gemeinsames Projekt dann irgendwann einfach nahe, nehme ich an...

Krappweis: Ja, und wir haben schon einiges zusammen gemacht. Den Buch-Trailer etwa. Und bei der Verfilmung des ersten "Mara"-Buches werden wir auch ein paar Musikstücke zusammen spielen.

"Mara" wird verfilmt?

Krappweis: Ja, im Herbst startet der Dreh mit dem ersten Band. Und wenn alles gut läuft, folgt 2013 der zweite Band. Dafür könnten wir dann übrigens auch streckenweise in Detmold drehen.

Wie kommt das?

Krappweis: Das zweite Buch spielt teilweise dort, genau gesagt auf dem Teutberg. Mara befindet sich unter anderem im Hermann, und es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber sie macht ihn ganz schön kaputt.

Mara macht unseren Hermann kaputt? Das hören wir Lipper aber nicht gern.

Krappweis: Im Grunde tut er nur das, was er tun soll: Er hilft Mara, gegen einen wieder auferstandenen, riesigen, bösen Varus zu kämpfen. Aber dabei geht er eben ein bisschen kaputt. Zu Beginn des dritten Bandes werden dann auch noch Detmold und Umgebung ziemlich verwüstet...

Oha. Haben Sie am Ende sogar rausgefunden, wo die Varusschlacht stattgefunden hat?

Krappweis: Klar. Im zweiten Buch fährt Mara nach Kalk­riese, weil sie dort aus dem Museum einen Gegenstand stehlen muss, der ihr bei ihrer Mission helfen soll. Und da ist ein großes Graffity an der Museumswand zu lesen: "Varus was not here". (lacht) Nein, im Ernst: Im Nachwort zur Trilogie schreibe ich, dass jeder meinen darf, was er meint, wo die Schlacht stattgefunden hat. Ein paar Kilometer weiter hier oder dort - darum geht es nicht.

Worum geht es denn?

Krappweis: Darum, dass die Geschichte der Germanen einschließlich aller Mythen hier bei uns im Boden steckt. Und dass sie bis heute mehr mit uns zu tun hat, als wir oft denken. So sind drei unserer Wochentage  nach germanischen Göttern benannt. Überhaupt: Manches an den germanischen Göttern ist fast schon typisch deutsch.

Deutsche Götter?

Krappweis: Nein, so direkt nicht, aber es gibt da so Wesenszüge. Beispiel Odin: Ein zweifelnder Gott, der über die Götterdämmerung sinniert - wo gibt’s denn sowas? Manch andere antike Gottheiten halten sich nicht mit Zweifeln auf, da werden erst mal Blitze geschleudert! Wenn ich von "typisch deutsch" spreche, ist das aber keinesfalls zu verwechseln mit deutschtümelnd und hat mit dem, was das Nazi-Gesocks aus den Mythen gemacht hat, nichts zu tun. Das thematisiere ich auch in den Büchern.

Ganz anderes Thema: Was macht eigentlich Bernd das Brot? Mögen Sie ihn noch?

Krappweis: Na klar. Ich mag ihn - er hasst mich. In letzter Zeit war er drauf und dran, politisch Karriere zu machen, zumindest auf Facebook. Da liegt er in einem Voting für den neuen Bürgermeister von Erfurt auf Platz 3. Und es gibt eine Gruppe namens "Bernd das Brot für Bellevue". 2013 soll der Bernd-Kinofilm gedreht werden. Und ganz sicher wird er auch in Detmold Thema sein.

Was passiert da sonst noch?

Krappweis: Wir haben wenig Zeit, zusammen zu proben, also verlassen wir uns auf unsere musikalische Spontanität und den Humor. Ich werde mehr über die Reste der Mythen im Heute erzählen, etwas lesen, und wir machen zusammen Musik. Ich bin mir sicher, dass die Leute auf der Bühne viel Spaß haben werden - und ich denke, das Publikum auch.

Das Interview führte LZ-Redakteurin Barbara Luetgebrune.


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