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25.02.2012
KREIS LIPPE
Experten helfen beim letzten Willen
Lippische Landes-Zeitung und Justiz laden zum Informationsabend ein
VON SILKE BUHRMESTER

(Ver)-Erben will gelernt sein, sagt der Volksmund. Wer braucht ein Testament? Was ist beim Verfassen zu beachten? In der Reihe "Justiz im Dialog" beantworten Juristen am 8. März diese und andere Fragen.

Tausende Briefe mit Siegel | Foto: Buhrmester

Kreis Lippe. Im Keller des Blomberger Amtsgerichtes lagern in feuer- und wasserfesten Tresoren mehrere tausend versiegelte Umschläge - notarielle Testamente, die bei Gericht hinterlegt worden sind. Die Aufbewahrung kostet nicht viel, die Gebühren berechnen sich nach dem Nachlasswert, bei 100.000 Euro betragen sie rund 50 Euro, sagt Michael Wölfinger, Direktor des Amtsgerichts Blomberg. Der Richter kümmert sich unter anderem um Erbscheinverfahren und ist neben Rechtspflegerin Birgit Gleichmann und dem Rechtsanwalt und Notar Klaus-Peter Hohenner Referent der Veranstaltung "Justiz im Dialog", die die Lippische Landes-Zeitung gemeinsam mit dem Landgericht Detmold ausrichtet - diesmal zum Thema Erbrecht.

Wölfinger kennt aus seiner aus seiner Praxis manch vertrackte Situation. "Wenn es ein Testament gibt, laufen die Fälle meist reibungslos", sagt Wölfinger.Handschriftlich verfasste Testamente ohne notarielle Hilfestellung bergen jedoch hin und wieder auch Unklarheiten in sich. Und wenn gar kein Testament vorliegt, kann es nach dem Tod eines Angehörigen sogar leicht zu ungewollten Konstellationen kommen. Denn dann tritt die gesetzliche Erbfolge ein, bei Ehepaaren mit Kindern werden auch die Kinder bedacht, bei Ehepaaren ohne Kinder sogar die Eltern des Verstorbenen oder, wenn diese ebenfalls tot sind, dessen Geschwister. "Wer damit einverstanden ist, braucht kein Testament, alle anderen sollten sich darüber frühzeitig Gedanken machen", rät Wölfinger.

Ein Testament - handschriftlich erstellt und unterschrieben oder vom Notar aufgesetzt - kann sehr detailliert sein, aber auch kurz gehalten werden. "Wir setzen uns gegenseitig als Alleinerben ein" - das sind sieben Worte, mit denen der letzte Willen in aller Klarheit geäußert wird. Darüber hinaus gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten, Erben oder auch Vermächtnisnehmer einzusetzen, betont Wölfinger.

Wichtig ist, das Schriftstück im Original an einem sicheren Platz zu verwahren, an dem es auch auf jeden Fall gefunden wird - denn mit einer Kopie gibt sich das Gericht in der Regel nicht zufrieden. "Es könnte ja sein, dass der Verstorbene das Original zu Lebzeiten zerissen oder noch ein neues Testament aufgesetzt hat", erläutert Wölfinger. Für das Gericht ist eben der letzte Wille entscheidend.



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