Tatverdächtiger Thomas T. saß schon wegen versuchten Mordes im Gefängnis

Janet König

In diesem Wohnhaus an der Immelmannstraße wurden die Leichen gefunden. - © Vera Gerstendorf-Welle
In diesem Wohnhaus an der Immelmannstraße wurden die Leichen gefunden. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Detmold/Bielefeld. Die Polizei fahndet nach der Entdeckung der zwei Leichen in einem Wohnhaus in der Immelmannstraße mit Hochdruck nach dem 53-jährigen Thomas T.. Erste Ermittlungen der Mordkommission haben ergeben, dass der Tatverdächtige bereits im Jahr 2005 zu einer Haftstrafe von acht Jahren wegen versuchten Mordes verurteilt wurde. Davon hatte er sechs Jahre abgesessen.

Die damalige Tat weist Ähnlichkeiten zu dem aktuellen Tötungsdelikt auf, teilt die Polizei mit. Der Tatverdächtige soll in beiden Fällen - damals wie heute - einen längeren Kontakt im sozialen Umfeld der weiblichen Opfer aufgebaut haben. Nach sechs Jahren war Thomas T. aus der Haft entlassen worden. Bis zu der jetzigen Tat sind keine weiteren Straftaten durch den Tatverdächtigen bekannt geworden.

Das ist passiert:

In einem Mehrfamilienhaus in der Detmolder Immelmannstraße waren am frühen Montagabend des 11. Septembers die Leichen einer 24-jährigen Frau und ihres sechsjährigen Sohnes gefunden worden. Beide Opfer sollen laut Obduktion durch Schnitt- und Stichverletzungen ums Leben gekommen sein.

Seit der Veröffentlichung der Fahndung sind bislang wenige Hinweise bei der Polizei eingegangen. Der Leiter der 16-köpfigen Mordkommission, Kriminalhauptkommissar Thorsten Stiffel, fügt hinzu: "Thomas T. hatte vor einigen Wochen eine Verletzung am linken Arm und muss deswegen eine abnehmbare Gipsschiene tragen. Außerdem soll er einen Rucksack mitgenommen haben, der einem Bundeswehrrucksack ähnlich sehen soll."

Thomas T. ist in Hamburg gefasst worden. - © Polizei Bielefeld
Thomas T. ist in Hamburg gefasst worden. (© Polizei Bielefeld)


Tatwaffe bleibt verschwunden

Die Ermittler werden heute die Tatortarbeit fortsetzen und die Wohnung des Tatverdächtigen auf Spuren untersuchen. Die Tatwaffe konnte trotz des Einsatzes eines dienstlichen Spürhundes bislang nicht aufgefunden werden.

Die beiden Leichen waren am Montag in der Wohnung des 53 Jahre alten Nachbarn gefunden worden. Bei der Frau und dem Kind handelt es sich um Bulgaren, die zwar im selben Haus wie der 53-Jährige lebten, allerdings in einer anderen Wohnung.

Laut Oberstaatsanwalt Christopher Imig war der gerade erst eingeschulte Junge im Unterricht vermisst worden. Auch die Mutter war nicht, wie geplant, am Morgen zu ihrem 450-Euro-Job erschienen. Bekannte versuchten sie im Laufe des Tages vergeblich zu kontaktieren und alarmierten dann die Polizei. Die fand beide Toten in der Wohnung des Verdächtigen.

Fotostrecke: Mord in Detmold


Das Motiv für die Tat ist weiterhin offen. Die Ermittlungen der Mordkommission gehen in alle Richtungen. Die Frau soll seit knapp vier Wochen mit ihrem Kind in der Wohnung gelebt haben. Nachbarn beschrieben sie als unauffällig. Die Spurensuche in beiden Wohnungen, im Treppenhaus und im Keller des Mehrfamilienhauses, dauert an.

Erst vor wenigen Wochen wurde im Detmolder Ortsteil Pivitsheide die Leiche einer 30-jährigen Frau gefunden, die einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel.

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