Pilotprojekt: Asylbewerber arbeiten für das Gemeinwohl

Wulf Daneyko

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Die Asylbewerber nehmen am bundesweiten Flüchtlingsintegrationsprogramm in Kalletal teil. Bürgermeister Mario Hecker (2.v.r.) schätzt den Einsatz für das Gemeinwohl. - © Wulf Daneyko
Die Asylbewerber nehmen am bundesweiten Flüchtlingsintegrationsprogramm in Kalletal teil. Bürgermeister Mario Hecker (2.v.r.) schätzt den Einsatz für das Gemeinwohl. (© Wulf Daneyko)

Kalletal-Hohenhausen. Als erste Gemeinde im Kreis Lippe nimmt Kalletal an einem vom Bund aufgelegten Programm zur Flüchtlingsintegration (FIM) teil. „Ziel ist es, die Wartezeit bis zum Erhalt des Asyl-Bescheids durch eine gemeinnützige Beschäftigung sinnvoll zu überbrücken", erklärte Mario Hecker, Bürgermeister der Gemeinde Kalletal.

Zusammen haben die Netzwerk Lippe gGmbH, die Agentur für Arbeit Detmold und die Gemeinde Kalletal ein neues Eingliederungskonzept auf den Weg gebracht und es gestern in Hohenhausen vorgestellt. Über die Euwatec, so führte der Bürgermeister aus, könnten Asylbewerber übergangsweise in Arbeit kommen. Dies erhöhe die Chance, dass sie nach ihrer angestrebten Anerkennung auch dauerhaft in Lohn und Brot kämen.

„Die gesamte Thematik rund um Flüchtlinge ist nur gemeinschaftlich zu bewältigen, da ist eine enge Zusammenarbeit wichtig", so Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit. Für die Flüchtlinge sei dies ein erster Einstieg ins Arbeitsleben. „Wir hier in Lippe haben, anders als vom Bund vorgesehen, noch eins draufgelegt", erklärt Thomas Jeckel, Geschäftsführer der Netzwerk Lippe gGmbH.

„Pro Teilnehmer gibt es vom Bund 250 Euro, die vom Kreis und Netzwerk Lippe verdoppelt wurden." Zudem wird eine Kombination aus Arbeit und Sprachkursus angeboten, was durch Mittel der Gemeinde Kalletal mitfinanziert wird. „Pro Woche sind die Teilnehmer 22 Stunden praktisch tätig und acht Stunden in einem Deutschkursus", sagt Jeckel.

Neben fachlicher Anleitung durch Mitarbeiter der Euwatec gibt es auch eine sozialpädagogische Begleitung, damit sich die Flüchtlinge in ihrem neuen Umfeld zurechtfinden. Derzeit sind zehn Teilnehmer in der Maßnahme, die zunächst auf sechs Monate befristet ist. Zusätzlich zu ihrer Hilfe zum Lebensunterhalt bekommen die Flüchtlinge eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 80 Cent pro Stunde.

Bürgermeister Mario Hecker: „Wir möchten, dass sich Flüchtlinge hier vor Ort gemeinnützig engagieren und dass der Bürger dies dann auch wahrnimmt." Gearbeitet werde vorrangig im Garten- und Landschaftsbau, es handele sich zudem stets um Projekte, die sonst nicht umgesetzt werden würden.

Als nächste Stadt wird im Januar 2017 Bad Salzuflen mit 43 Plätzen dem Beispiel Kalletals folgen. Danach soll das Programm lippeweit ausgedehnt werden.

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