Augustdorf (jab). Der Rat der Gemeinde Augustdorf will sich Zeit für seine Schulentwicklungsplanung lassen. Der Vorschlag der Freien Wählergemeinschaft (FWG), einen Zeitplan für die Einrichtung einer Sekundarschule zu erstellen, wurde von den Ratsmitgliedern abgelehnt.
Hintergrund ist eine nahende Frist. Will die Gemeinde die Schulform zum kommenden Schuljahr in Augustdorf einrichten, muss ein entsprechender Ratsbeschluss bereits im Dezember gefasst werden. Doch zwei Monate sind laut Bürgermeister Dr. Andreas Wulf (CDU) zu kurz. "Ich finde, wir sollten uns Zeit lassen und abwarten, was das Land für Regelungen ausgibt. Außerdem liegen über 1000 Unterschriften für den Erhalt der Realschule vor - das ist ein Stimmungsbild", betonte der Verwaltungschef.
Heinrich Georg Schneider (SPD) zeigte sich von Wulfs Argumentation genervt. "Ich weiß nicht, warum Sie wieder mit den Unterschriften kommen. Wir wollen keinen Schulstreit. Versuchen Sie einen Konsens herzustellen, wachsen Sie über sich hinaus", gab der Fraktionschef der Sozialdemokraten dem Bürgermeister mit auf den Weg.
Peter Kaup (FWG) zweifelte an, dass unter den Unterzeichnern viele Eltern von Grundschulkindern sind. Und nur diese seien an der Entscheidung tatsächlich beteiligt. Außerdem fordere die Fraktion nicht, die Sekundarschule bereits nächstes Jahr einzurichten. Es gehe lediglich um einen Zeitplan.
Damit handelte sich der Fraktionsvorsitzende Kritik seitens der CDU ein. "Jetzt wollen Sie auseinander dividieren, wer sich eine Meinung bilden darf", sagte Lutz Müller. Kaup wies dies jedoch zurück.
CDU-Fraktionschef Harald Schultze versuchte, die Gemüter zu beruhigen: "Wir können einen Konsens erreichen, wenn wir uns sachlich damit auseinander setzen. In zwei Monaten werden wir das nicht schaffen. Wir sind aber bereit, mit allen Beteiligten zu sprechen", betonte er. Im Grunde wollten schließlich alle dasselbe. Nämlich, dass möglichst viele Kinder in der eigenen Gemeinde beschult würden.
Von einer Idee können sich die Ratsmitglieder allerdings schon jetzt verabschieden. Das Schulministerium teilte auf Nachfrage schriftlich mit, dass die Sekundarschule eine gebundene Ganztagsschule sei. Die Klassen seien besonders heterogen, sodass viel individuelle Förderung und damit auch Zeit nötig sei. Die Vorstellung, die Schule auch halbtags führen zu können, ist damit vom Tisch.






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