Augustdorf. Die Gemeinschaftsschule ist eine von drei Alternativen gewesen, die der Gutachter Dr. Detlef Garbe der Gemeinde Augustdorf bei seiner ersten Vorstellung des Schulentwicklungsplanes vorgeschlagen hat. Nach dem Schulkonsens in NRW ist aus der Gemeinschafts- nun die Sekundarschule geworden.
Ob und wann diese in Augustdorf umgesetzt werden könnte, darüber sprach Gutachter Garbe mit der Lippischen Landes-Zeitung.
Herr Dr. Garbe, ist die Sekundarschule eine Option für die Gemeinde Augustdorf?
Dr. Detlef Garbe: Das muss man so sehen. Die Gemeinde möchte jedenfalls die Errichtung einer Sekundarschule prüfen. Dabei spielt der Aspekt des Ganztags- oder Halbtags-Unterricht eine große Rolle.
Die Debatte über die Schulen:
Die Politiker in Augustdorf streiten seit geraumer Zeit über die Schulentwicklung in ihrer Gemeinde, weil die Anmeldezahlen für die Hauptschule zu gering sind. Die SPD spricht sich klar für die Sekundarschule aus. Die CDU und FDP lehnen den damit verbundenen verpflichtenden Ganztagsunterricht aber ab. Das entspricht ihrer Auffassung nach dem mehrheitlichen Elternwillen. Auf Antrag der CDU werden die Gemeindepolitiker demnächst über eine Befragung aller Eltern von Kindern ab vier Jahren zum Bedarf an Ganztagsbetreuung diskutieren. Die SPD hat hingegen vorgeschlagen, mit einer Information der Eltern von Dritt- und Viertklässlern in das formale Verfahren zur Einrichtung einer Sekundarschule einzusteigen.
In Augustdorf wird ja mehrheitlich eine Halbtags-Regelung favorisiert.
Ist diese bei einer Sekundarschule überhaupt möglich?Garbe: Nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Landesregierung.
Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass solch eine Ausnahmegenehmigung erteilt wird?Garbe: Das kann ich nicht einschätzen. Schließlich ist die Form der Sekundarschule ganz neu. Um eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen, müsste man jedenfalls eine sehr gute Begründung einreichen.
Wie könnte solch eine Begründung für Augustdorf aussehen?Garbe: Ich glaube, dass man die besondere Bevölkerungsstruktur in Augustdorf auch bei der Gestaltung des Schulangebotes vor Ort berücksichtigen muss. Die Schule sollte und muss zur Gemeinde passen. Die Sekundarschule als Schulform würde meines Erachtens durchaus dem Bedarf in Augustdorf entsprechen und eine stabile Lösung für die nächsten Jahre sein. Bei der Organisation der Schule wäre es schön, wenn die Sozialstruktur im Ort berücksichtigt werden könnte. Das würde bedeuten, dass die Frage Ganztag oder Halbtag nicht als ein "entweder - oder" zu betrachten wäre.
In welchem Zeitraum könnte eine Sekundarschule realisiert werden?Garbe: Bis zum Sommer soll der Schul-Entwicklungsplan zum Abschluss gebracht werden. Eine Zeitschiene soll im kommenden Schulausschuss festgelegt werden. Meines Wissens nach will die Gemeinde Augustdorf Informationsveranstaltungen und Befragungen bei den Eltern von Kindergarten- und Grundschul-Kindern sehr bald durchführen.
Das Interview führte LZ-Volontär Patrick Bockwinkel.
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