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28.01.2013
AUGUSTDORF
Mit einem Jäger auf dem Truppenübungsplatz
Waidmannsheil im Sperrgebiet

Einfach ist hier nicht möglich | Foto: Engelhardt

Augustdorf. In Augustdorf zieht das Damwild bis in den Ort. Wegen der unmittelbaren Nachbarschaft von Truppenübungsplatz und Ort ist die Jagd schwierig. Aber es gibt Jäger, die dieses Terrain beherrschen.

Der Schnee ist des Waidmanns Freund. Noch ist an diesem Samstagnachmittag nichts zu spüren vom Wärmeeinbruch einen Tag später. In der Senne ist es kalt, auf der Schneedecke kreuzen sich zahlreiche Spuren. Sie stammen vom Damwild, das auf Nahrungssuche Richtung Augustdorf zieht. Ivan Cepo bleibt stehen, sucht mit dem Blick durchs Fernglas den Waldsaum an der Panzerringstraße ab. Das Gewehr hängt über der Schulter. Ivan Cepo ist Jäger. Aber er ist mehr. Im Grunde ist er ein Grenzgänger.

Denn der Berufssoldat jagt in einem heiklen Gebiet: An der Grenze zwischen Dorf und "Busch", zwischen zivilem und militärischem Gelände und an der Grenze des jagdlich möglichen. Diese Grenzlage ist das Problem. Hier ist der Druck des Wildes auf den Friedhof und die Gärten der Augustdorfer am höchsten, aber hier ist die Jagd sehr schwierig.

"Oberleutnant Cepo ist einer aus einer Gruppe vom ,Bundesforst‘ zur jagdlichen Unterstützung speziell ausgesuchten Jäger, die die fachlichen Eigenschaften hierzu mitbringen", formuliert der zuständige Förster Matthias Hölscher. Denn der Wildbestand ist auf dem Truppenübungsplatz so hoch, dass die Jagd effektiv sein muss (siehe Kasten). Gleichzeitig aber ist höchste Vorsicht angebracht, denn auch wenn es der Truppenübungsplatz Senne ist, Cepos Jagdrevier ist alles andere als menschenleer.

Im Gegenteil: Wanderer, Hundebesitzer, Quadfahrer, Geo-Cacher und Jogger sind in diesem Grenzland unterwegs – ob erlaubt oder nicht, sie sind da. Denn es gibt immer wieder Leute, die gegen die Sperrgebietsverordnung verstoßen und sich damit selbst in Gefahr bringen. Außerdem schränkt der Militärbetrieb die Jagdzeiten stark ein. Während der Übungen können Cepo und seine Kollegen nicht tätig werden.

Ivan Cepo durchstreift das rund 100 Hektar große Revier, das sich beidseits der Panzerringstraße erstreckt. Er tritt aus dem schmalen Waldstreifen an der Straße auf die freie Senne und weist nach vorn. "Schauen Sie, das Gelände ist sehr flach. Man hat fast immer den Horizont hinter dem Wild", erklärt er. "Deshalb stütze ich das Gewehr auf ein Stativ. So liegt es sicherer, und ich erhalte einen Schusswinkel, der mir einen Kugelfang bietet", sagt er und setzt sich zur Demonstration hinter das auf dem Dreibein ruhende Gewehr.

Kugelfang ist das wichtigste Wort hier. Vom Hochsitz aus hat ein Jäger normalerweise immer einen Kugelfang, sprich den Erdboden, hinter dem Wild. Aber vom Hochsitz aus lässt sich hier nicht jagen. Es gibt nur zwei davon, die immer wieder zerstört werden. Auch so ein Grenzfall. Außerdem wäre die Jagd von der Kanzel nicht effektiv genug. "Einfache Lösungen gibt es hier nicht", sagt der Bielefelder.

Eines seiner Ziele ist, das Wild so unter Druck zu setzen, dass es im Inneren des Übungsgeländes bleibt, und die unsichtbare Grenze möglichst wenig überschreitet.

Sieht er ein Stück Wild, müssen viele Fragen schnell beantwortet werden: Ist ein Kugelfang da? Ist der Schuss sicher und waidmännisch korrekt anzubringen? Sind Menschen in der Nähe? Schließlich stehen kaum 800 Meter entfernt die ersten Häuser. Handelt es sich um ein Muttertier, das ein Kalb führt? Ein Schuss auf so ein Tier wäre eine Straftat. Dabei kommt erschwerend hinzu, dass Damwild eine Art "Kindergarten" bildet, also das Kalb nicht immer bei der Mutter steht. Erst wenn alles klar und sicher ist, kann er schießen. Und dennoch ist Cepo effektiv. Drei Stück Wild bringt er an diesem Samstagnachmittag zur Strecke. Damit liegt er an der Grenze des Möglichen.

2.000 Stück Wild jährlich müssen auf die Strecke


Forstlich wird der Truppenübungsplatz vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser der "Bundesanstalt für Immobilienaufgaben" (BIMA) betreut. 125 Quadratkilometer ist er groß. Jährlich, so sagt Bundesförster Matthias Hölscher, müssen etwa 2000 Stück Schalenwild geschossen werden, um einerseits den jährlichen Zuwachs abzuschöpfen und anderseits einen Rückwärtstrend in der Bestandsdichte des Wildes einzuleiten.

Etwa 70 Prozent der Jahresstrecke ist Damwild, der Rest verteilt sich auf die Wildarten Rot-, Schwarz- und Rehwild. Dabei soll effektiv gejagt werden, dass heißt möglichst hoher Abschuss in kurzer Zeit, um hohen Druck bei geringstmöglicher Störung zu erreichen. Die Jäger verwenden nur bleifreie Munition.



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