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04.02.2012
BAD SALZUFLEN
Stefan Kreutzberger stellt "Die Essensvernichter" vor
Autor sorgt für Betroffenheit

Diskussionsrunde: (von links) Thorsten Sagner, Christof Decarli und Linda Ehlenbröker ließen sich von Stefan Kreutzberger (Zweiter von rechts) ihre Bücher signieren. | Foto: Kemna

Bad Salzuflen-Schötmar (kem). "Iss auf." Diese scheinbar überholte Aufforderung an Kinder ist durchaus wieder angesagt. Findet Autor und Journalist Stefan Kreutzberger, der jetzt im Umweltzentrum Heerser Mühle seinen Film und sein Buch "Die Essensvernichter – Warum die Hälfte aller Lebensmittel im Müll landet und wer dafür verantwortlich ist" vorstellte.

Ein Drittel aller gekauften Lebensmittel wirft der Normalverbraucher selbst in den Müll, so Kreutzberger. Zu seinen Ratschlägen in Bad Salzuflen gehörte auch der oben genannte: Mahlzeiten aufessen. Und Reste verwerten, kreativ zu neuen Gerichten machen. Darüber hinaus solle man nach Plan einkaufen, denn im Supermarkt lauerten viele Verführer und vermeintliche Schnäppchen, die dafür sorgten, dass Überflüssiges gekauft - und weggeworfen werde.

Der Buchautor las Passagen aus seinem Buch vor, suchte aber immer wieder den Dialog und ließ seine Zuhörer Erinnerungen austauschen an die Zeit, als Essen noch wertgeschätzt, mit eigenen Händen geerntet und verarbeitet wurde. Als es noch keinen Kühlschrank gab, vom Gefrierschrank gar nicht zu reden.

Stationen der "Fresswelle" im "Wegwerfwunderland" Deutschland: Das Aufkommen von Supermärkten in den 60ern, die Raviolidose als erstes Fertiggericht (1958), der Rahmspinat als erstes Tiefkühlprodukt (1961), der Siegeszug der Discounter, die erste deutsche Tiefkühl-Pizza (1970), die erste McDonalds-Finale (1971). "Spätestens 1980 war die Amerikanisierung durchgesetzt, der Überfluss etabliert, die schnelle, standardisierte Nahrungsaufnahme zum Normalfall geworden."

"Schmeißen Sie die Lebensmittel nicht mehr weg, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) erreicht ist, sondern essen Sie sie auf", lautete ein weiterer Ratschlag Kreutzbergers. Er empfahl sogar, bewusst abgelaufene und herabgesetzte Lebensmittel zu kaufen, denn das MHD sage nichts aus über die Qualität und werde nur vergeben, für Waren die nicht nach Ablauf schlecht werden.

Kreutzberger nannte Zahlen über die Fleischerzeugung und den Fischfang, die den Zuhörern den Appetit verderben konnten. Bis zu 80 Prozent der gefangenen Fische würden tot als Abfall (Beifang) wieder über Bord geworfen, sodass sich 2048 in den Weltmeeren keine Bewohner mehr tummeln würden. Die deutsche Tiermast verbrauche Sojaprodukte aus Brasilien, für deren Anbau dort eine Fläche von der Größe des Saarlandes benötigt werde.

Dokumenten Information
Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2014
Dokument erstellt am 03.02.2012 um 21:55:39 Uhr
Letzte Änderung am 03.02.2012 um 21:56:25 Uhr

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