Michael Welslau: Mehrkosten für Sicherheitskonzept sind nicht mehr zu stemmen – Politik ist am Zug
Bad Salzuflen. 2012 wird es kein Salzsieder geben. So die Entscheidung der Werbegemeinschaft. Jetzt sind die Politiker gefragt. Übernehme die Stadt die Kosten für das Sicherheitskonzept, wäre das Fest noch zu retten.
Das Votum auf der Mitgliederversammlung der Werbegemeinschaft Bad Salzuflen ist einmütig gewesen. "Als 40 Mitglieder starker Verein können wir die Kosten für das Salzsiederfest nicht mehr alleine stemmen", erklärt der wiedergewählte Vorsitzende Michael Welslau. Aufgrund des neuen Sicherheitskonzeptes war es im vergangenen Jahr zu erheblichen Mehrkosten gekommen (die LZ berichtete).
Mit 26.000 Euro schlugen die Vorkehrungen zu Buche, erst nach diversen Diskussionen stimmte eine politische Mehrheit im Rat dafür, einmalig den Anteil der Feuerwehr (16.000 Euro) zu tragen. "Die Kosten aber kehren immer wieder, und die Werbegemeinschaft kann sie einfach nicht mehr zahlen", so Michael Welslau und beteuert, dass mit der Großveranstaltung kein Gewinn zu machen sei. Den Entschluss der Werbegemeinschaft habe er dem Bürgermeister bereits mitgeteilt, in der Hoffnung, dass es vom Rat doch noch positive Signale gebe.
Dabei setzt Welslau auch darauf, dass die Vorgaben für das Sicherheitskonzept noch einmal überarbeitet werden. "Die Feuerwehr drei Tage in ständiger Bereitschaft, je sechs Ordnungskräfte an den Zugängen zum Salzhof, ein Sanitätsplatz für 100 Verletzte - das sind doch alles Dimensionen, die nicht auf das Salzsiederfest abgestimmt sind", moniert Welslau die seiner Ansicht nach überzogenen Vorschriften.
Während die Stadt sich auf die Vorgaben des Gutachters beruft, sieht er Ermessenspielräume, die nicht genutzt worden seien. "Da hätte die Stadt durchaus noch abspecken können." Er habe dem Innenministerium jetzt die Absage mit Begründung zugesandt. Dort, so Welslau, habe sich jüngst ein Arbeitskreis mit den Auswüchsen der Sicherheitsvorgaben befasst.
Bürgermeister Dr. Wolfgang Honsdorf zeigte sich gestern überrascht von der Entscheidung der Werbegemeinschaft. "Mit dem Arbeitskreis Stadtmarketing wollten wir Lösungen suchen, um die Mehrkosten für die Veranstalter tragbar zu machen". Es sei bedauerlich, wenn diese Chance jetzt nicht genutzt werde. Doch auch Michael Welslau will das Fest noch nicht ganz aufgeben. "Vielleicht gelingt es uns, ein Konzept für die kommenden Jahre zu basteln."
Mit bis zu 70.000 Besuchern hat sich das Salzsiederfest in den vergangenen 31 Jahren stets als Publikumsmagnet erwiesen. 30 Euro, so rechnet Welslau, lässt jeder Besucher durchschnittlich in der Stadt. "Die werden sie jetzt wohl woanders ausgeben."
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