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26.11.2012
BAD SALZUFLEN
Viererticket wird Salzufler Jugendlichen zum Verhängnis
Trotz Schwarzfahrer-Strafe können 16- und 17-Jährige ihre Bahnfahrt nicht fortsetzen
VON JENS RADEMACHER

Bad Salzuflen. Wegen einer falsch abgestempelten Vierfahrtenkarte haben fünf Jugendliche aus Bad Salzuflen einen Zug verlassen müssen. Weil die Schaffnerin die Fahrkarte einzog, strandeten sie mitten in der Nacht in Lage.

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Doch dass seine 17-jährige Tochter mit vier Freunden wegen der falsch abgestempelten Fahrkarte spätabends am Lagenser Bahnhof strandete, bringt den Bad Salzufler Burkhard Keuntje auf die Palme. Das Quintett im Alter von 16 und 17 Jahren, berichtet Keuntje, hatte für die Rückreise vom Kinobesuch in Bielefeld nach Bad Salzuflen die Zugverbindung über Lage gewählt und sich eine Vierfahrtenkarte und eine Einzelkarte zugelegt. "Sie waren sich nicht sicher, wie das Viererticket zu entwerten ist", so Keuntje. Die Jugendlichen entschieden sich dafür, es nur einmal abzustempeln.

Falsch, wie sie bei der Kon­trolle im Zug kurz vor Lage erfuhren. Das Ticket hätte viermal abgestempelt werden müssen. Dass nun eine Strafe folgte, will Keuntje nicht bemängeln. Aber dass die Schaffnerin im Zug der Nordwestbahn bei dem Vorfall Anfang des Monats die Fahrkarte einzog, kann er nicht nachvollziehen: "Sie beschlagnahmte das Fahrticket, wohl wissend, dass die Jugendlichen in Lage umsteigen mussten und nun ohne gültigen Fahrausweis die Weiterfahrt nach Hause nicht mehr fortsetzen konnten", ärgert sich Keuntje. Denn Geld für eine neue Fahrkarte fehlte.

Dabei waren die Personalien der Jugendlichen aufgenommen worden, um von ihnen später das für Schwarzfahrer vorgesehene "erhöhte Beförderungsentgeld" zu kassieren. Zusätzlich bekamen sie einen Beleg darüber. Allerdings: Die Bezeichnung "Beförderungsentgelt" führt in die Irre.

Denn es berechtigt laut Katrin Hofmann, Pressesprecherin der Nordwestbahn, nicht zur "Beförderung", sprich: zum Zugfahren bis zum Zielhalt inklusive Umstieg. "Das erhöhte Beförderungsentgelt ist kein Freifahrtschein für den nächsten Zug", sagt sie und räumt ein, dass es sich hier um einen "schwierigen" Fall handle. Doch die Beförderungsbedingungen seien leider nun mal so. "Die Fahrkarte wird für ungültig erklärt und eingezogen. Das ist üblich."

Kurios bleibt freilich, dass auch der Jugendliche in die Röhre guckte, der mit dem abgestempelten Viererticket eigentlich kein Schwarzfahrer war. Für Burkhard Keuntje ist es "unverantwortlich" und "unverschämt", fünf Jugendliche "mitten in der Nacht auf einem einsamen Bahnhof auszusetzen". Die Nordwestbahn hat die Strafe nach eigenen Angaben aus Kulanz inzwischen von 45,90 Euro pro Person auf 20 Euro reduziert. Und die gestrandeten Jugendlichen wurden schließlich von ihren Eltern mit dem Auto abgeholt.

Dokumenten Information
Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2014
Dokument erstellt am 26.11.2012 um 18:27:09 Uhr
Letzte Änderung am 27.11.2012 um 11:18:52 Uhr
Kommentare
Bei der Nordwestbahn gibt es anscheinend "Fangprämien" für die Zugbegleiter.Ähnliches ist meinem Sohn im letzten Sommer auch passiert. Nach einigen Briefen wurde die Strafe dann kulanter Weise runtergesetzt. Aber negative Schlagzeilen gibt es bei der Bahn ja immer wieder, kann man wohl nichts dran ändern, schade....

Warum sind Schaffner im Nahverkehr so ruppig? Die abgestempelte Fahrkarte ist nicht ungültig, sondern gültig für einen Person. Was die Schaffnerin gemacht hat, ist ruppig und unzulässig, die 4-er Ticket hat niemals eingezogen worden müssen. Sie könnte auch sagen: "Leute, hört gut, was ich nun sage: bei eine Fahrt mit 4 Personen müssne allevier , denkt ihr zum nächsten Mal d'ran? Sie hätte mit der Zange die restliche Entwertungsstreifen entweten können, die Jungeleute wissen denn wie es geht, Problem einfach geklärt. Die Transportunternehmen, Verkehrsverbunde und Politiker sollen lernen verstehen, dass solche Sachen inzwisschen für mehr Agression und Gewalt gegen Schaffner sorgen. Es ist so nur warten bis eine Gruppe sich nicht seriös genommen fühlt und so böse wird und denn ein Schaffner molestrieren wird. Ein person mit einer Persönlichkeitsstörung und ein Messer, oder Waffen kann schon Anleitung sein zum Blutverguss.

->Die optimale Lösung wäre die Schaffnerin mal irgendwo nachts in einem Kaff auszusetzen ohne Geld in der Tasche.

Ich stimme Darth Vader im zweiten Absatz 100%ig zu.

Immerhin haben die Jugendlichen Fahrtickets erworben. Dass diese aus Unwissenheit falsch abgestempelt wurden, sei dahin gestellt. Warum nicht einfach entwerten und gut is'.

Gib Menschen Macht und sie offenbaren ihren wahren Charakter.
Ich hoffe das die Schaffnerin in eine Situation kommt wo sie von der Gunst eines anderen abhängig ist. Natürlich hat sie rechtlich korrekt gehandelt aber Menschlich völlig daneben. Die Kids hätten einfach ihren Fahrschein nachstempeln sollen und gut dafür, Bezahlt hatten sie ihn ja.
Aber solange es Menschen gibt die ihre Position gegenüber anderen so ausleben wundert mich ein erkalten der Gesellschaft überhaupt nicht.
Behandele andere Menschen so wie du auch behandelt werden möchtest.



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