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03.02.2013
BARNTRUP
Barntruper Verein will Kinderseelen stärken
Im Projekt der F.I.B.-Gruppe lernt lippischer Nachwuchs, sich vor Gewalt zu schützen
VON KATHARINA PAVLUSTYK

Pädagoge Helmut Kampschroer | Foto: pavlustyk

Barntrup. Oft ist das Produkt bekannter als der Hersteller. Ähnlich ist das beim Barntruper Verein F.I.B., den Kinder und Erwachsene eher aufgrund seines Projekts kennen und weniger seines Namens wegen.

F.I.B. - Das steht für "Fortbildung, Information und Beratung zum Schutz von Kindern vor physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt". Seit rund 15 Jahren gehen unter dem Dach des Barntruper Vereins Sozial- und Diplom-Pädagogen an lippische Schulen und vermitteln Kindern spielerisch aber mit dem nötigen Ernst, wie sie sich in schwierigen Situationen verhalten können. An dem Projekt "Kinderschutz durch Ich-Stärkung" haben seit Gründung des Vereins etwa 30.000 Mädchen und Jungen teilgenommen, sagt Helmut Kampschroer.

Der 59-jährige Diplom-Pädagoge hat die F.I.B.-Gruppe einst mitgegründet und ist heute deren Geschäftsführer. Er und zwei weitere Honorarkräfte besuchen in Zweier-Teams - stets mit einem männlichen und einem weiblichen Vertreter - Schulen im Kreis. Mitarbeiter von Jugendämtern in der Region sind an solchen Terminen  unterstützend dabei, so Kampschroer.

Zunächst wird in einem Stuhlkreis über Rechte von Kindern gesprochen. Später geht es in Rollenspielen da­rum, wie Kinder auf die Verletzung von Grenzen durch Erwachsene oder Jugendliche richtig reagieren. "Wir wollen den Kindern vermitteln, wie sie mit schwierigen Situation besser umgehen und sich gegebenenfalls Hilfe holen", bemerkt der Barntruper Kampschroer. Wenn sie also beispielsweise vom Onkel angefasst werden, obwohl sie es nicht möchten.

Es sei wichtig weiterzugeben, wie sich Mädchen und Jungen selbst helfen können, wenn es brenzlig wird. Und wo sie um Hilfe bitten können. Außerdem sollen Mädchen und Jungen lernen, dass sie keine Schuld trifft. Auch wenn sie beispielsweise mit einem Fremden mitgegangen sind.

Vor den Besuchen an Schulen erfolgt jedes Mal ein Elternabend. Denn die Beziehung zu Mutter und Vater ist nach Angaben des 59-Jährigen von Bedeutung, wenn es etwa darum geht, sich anzuvertrauen, das scheinbar Unaussprechliche auszusprechen. Kinder sollten, so Kampschroer, in einer Atmosphäre aufwachsen, in der ihre Gefühle akzeptiert werden.

Die Kinder selbst - nicht die Erwachsenen - sollten darüber entscheiden, ob geherzt, geküsst und berührt wird. "Es geht nicht darum, Zärtlichkeiten zu verteufeln", betont der F.I.B.-Geschäftsführer. Vielmehr sollten Kinder einen selbstbestimmten Umgang mit ihrem Körper lernen. Und Erwachsene sollten akzeptieren, wenn der Spross mal nicht umarmt werden will.

Setzen von Grenzen
Die Honorarkräfte des F.I.B.-Vereins besuchen Schulen meist an zwei oder drei Vormittagen. Die Schwerpunkte sind unter anderem der Schutz vor Gewalt, das Setzen und auch das Verletzen von Grenzen. Diverse Probleme werden erörtert und mit Übungen konkretisiert. Die Arbeit der Pädagogen wird teils durch die Jugendämter im Kreis finanziert. Einen Teilbetrag leisten die Schulen. Auch Spenden gehen beim Verein ein.


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