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09.02.2013
BARNTRUP
Alverdissen hat kein Landarzt-Problem
Christoph Hanke denkt angesichts steigender Patientenzahlen an Erweiterung seiner Praxiszeiten

Barntrup-Alverdissen. Der Landarzt ist eine aussterbende Spezies - nahezu überall in Deutschland herrscht dasselbe Dilemma. In Alverdissen scheinen jedoch die Uhren anders zu gehen.

"Rund 400 Allgemeinmediziner werden allein in Ostwestfalen-Lippe jährlich gebraucht, aber nur rund 70 legen ihr Examen ab. Aufs Land wollen die wenigsten davon", erklärt Volker Heiliger, Pressesprecher der Ärztekammer Westfalen-Lippe in Münster. Eine Aussage, die nicht auf Christoph Hanke zutrifft: Seit eineinhalb Jahren betreibt der Hausarzt seine Praxis in der alten Schule hinter der Kirche mit zehn Stunden in der Woche, und die Patientenzahl ist rasant gestiegen. Jetzt denkt der 37-Jährige über eine Erweiterung seiner Praxiszeit um weitere zwei Stunden nach.

Ob er, der wie seine Landarztkollegen mit statistisch rund 2000 Patienten pro Quartal rechnet - "Allgemeinmediziner in Städten betreuen knapp die Hälfte", so Hanke - seinen Familien-Freitagnachmittag opfern wird, ist fraglich. "Vielleicht schiebe ich die Anwesenheitszeiten in beiden Praxen ein wenig hin und her", erklärt Hanke. Im Januar 2011 ließ er sich als Hausarzt in Humfeld nieder und eröffnete bereits ein halbes Jahr später die Zweigstelle Alverdissen. In der Humfelder Praxis pflegt Hanke eine gut funktionierende Zusammenarbeit mit seinem Vorgänger Friedemann Halsig, der bei ihm angestellt ist. Mit dieser komfortablen Vertretungssituation will Hanke auch die erweiterte Praxiszeit in Alverdissen organisieren.

Während Kollegen über das Leben als Landarzt klagen, ist Christoph Hanke zufrieden. Wie das kommt? "Ach, wissen Sie, arbeiten muss man überall - als Landarzt zugegeben sehr viel. Aber ich sehe auch die andere Seite des Berufs: die große Freiheit." Freiheit heißt für den Arzt, der sich in sechsjähriger Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt Psychosomatik ausbilden ließ, "die Behandlung im Rahmen meiner fachlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten so zu gestalten, wie ich es für richtig halte".

Wirtschaftliche Möglichkeiten sind ein Stichwort, bei dem Christoph Hanke - bei aller Zufriedenheit im Beruf - dennoch "System-Schelte" verteilt. "Das Schlimme sind die Regressionsandrohungen der Kassen. Ich habe als Arzt nur ein Medikamenten-Budget von knapp 50 Euro pro Patient pro Quartal. Bislang hat zum Glück immer alles ganz gut geklappt", erklärt Hanke.

Gut geklappt hat es auch mit der Akzeptanz des jungen Landarztes bei der Alverdisser Bevölkerung. Die Praxis war auf Betreiben des örtlichen Bürger- und Verkehrsvereins und des Barntruper Bürgermeisters eingerichtet worden, um in erster Linie die Versorgung älterer Bürger, die keine Fahrtmöglichkeiten haben, sicherzustellen. "Ich betreue neben älteren Patienten auch zunehmend junge Menschen in Alverdissen", hat Hanke festgestellt. Und mit der Überzeugung "das ist ein junger Arzt, mit dem kann ich alt werden", fänden auch immer mehr der so genannten "Normal-Versicherten" im Alter von 10 bis 59 Jahren aus den umliegenden Orten den Weg zu ihm in die Praxis. (sf)


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