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12.11.2011
BLOMBERG
Purple Schulz kommt nach Blomberg
Interview: Der Sänger über skelettierte Hits, den "Ab-Hof-Verkauf" von Musik und seinen Auftritt in Blomberg

In Bestbesetzung | Foto: privat

Blomberg. Seine Hits wie "Sehnsucht" und "Verliebte Jungs" dürften zumindest den Fans der Neuen Deutschen Welle noch bestens im Ohr sein: Purple Schulz. Jetzt kommt der Sänger und ­Pianist nach Blomberg.

"Imagine" heißt das Motto des fünften Blomberger Songfestivals, das am Freitag, 18., und Samstag, 19. November, stattfindet. Am Samstag steht Purple Schulz auf der Bühne im Kulturhaus "Alte Meierei". Die LZ sprach mit ihm.

Purple Schulz, was für Stücke bringen Sie mit?

Purple Schulz: Jede Menge alter Hits, aber auch viele neue, noch unveröffentlichte Sachen. Josef Piek ist mit dabei, und wir spielen unplugged, nur mit Klavier und Gitarre. Dafür haben wir die Titel, gerade die alten Sachen, richtiggehend skelettiert - und das funktioniert erstaunlich gut.

Ihr Name ist ja ganz eng mit den 1980er Jahren verbunden. Was für Musik machen Sie heute?

Purple Schulz: Ich habe ganz viele unterschiedliche Projekte. Neben den Duo-Konzerten mit Josef Piek sind wir nach wie vor mit der Band unterwegs. Dann gibt es das Projekt "Stunk Unplugged", bei dem wir zusammen mit dem Ensemble aus ehemaligen und aktuellen Mitgliedern der Stunksitzung Kabarett und Musik präsentieren. Und heute Abend spiele ich in München in der Ausstellung "Ein Koffer für die letzte Reise" - das ist eine Wanderausstellung, die sich mit dem Tod beschäftigt.

Info
"Imagine": Das Festival sei an John Lennons Song angelehnt, weil fast alle heutigen Singer/Songwriter irgendwann von Lennon-Kompositionen ­beeinflusst wurden, so die Veranstalter. Am Freitag treten Arne Heger, Klaus Weiland und Christina Lux auf, am Samstag sind Adwoa Hackman, Volkwin Müller und Purple Schulz zu erleben. Beginn: jeweils 19.30 Uhr. Im Vorverkauf - 05235-95190 - kosten die Karten 17 Euro pro Abend oder 30 Euro für beide Abende. Restkarten gibt es für 20 Euro pro Abend an der Abendkasse.

Klingt vielseitig.

Purple Schulz: Ja, im Vergleich mit den 1980ern sind es viele, viele Baustellen, auf denen ich unterwegs bin. Damals gab es einen ganz klaren Ablauf: Man brachte ein Album raus, ging auf Tournee, gab Fernseh- und Radio-­Interviews, um es zu promoten - und dann ging es bald schon wieder von vorne los. In der Beziehung hat sich das Geschäft sehr gewandelt.

Zum Positiven oder Negativen?

Purple Schulz: Für mich zum Positiven! Ich genieße meine Freiheit. Ich habe keine Verträge mit großen Plattenverlagen mehr, sondern vermarkte mich selbst. Ich kann mit Künstlern zusammenarbeiten, ohne vorher noch Anwälte konsultieren zu müssen. Und ich kann überall spielen, wo ich will. Klar war es auch schön, die großen Hallen zu bespielen, aber das, was ich jetzt mache, ist viel näher am Leben dran. Heute sage ich: Ein Konzert in einer Kirche, in der nur ein Flügel steht, kann genauso schön sein wie ein Auftritt in der Westfalenhalle mit viel technischem Aufwand.

Also gilt: "Heute ist alles besser"?

Purple Schulz: Nicht alles. Das finanzielle Überleben als Musiker ist deutlich schwieriger geworden. Früher konnte ich allein vom Airplay gut leben - das funktioniert heute nicht mehr. Ich sehe das auch an meinen Söhnen, die beide Musiker sind: Wer heute von der Musik leben will, muss ständig auf der Bühne stehen. Denn letztlich wird man auch nur bei Konzerten seine CDs los. Das ist so ähnlich wie der "Ab-Hof-Verkauf" bei Bauern. Bei allen anderen Vermarktungsmethoden kommt nicht viel rum.

Fordern die Zuhörer, wenn Sie heute auftreten, eigentlich die alten Hits aus den 1980ern noch ein?

Purple Schulz: Ja, die fordern sie ein und die sollen sie auch bekommen. Da hängen ja schließlich Erinnerungen dran: die erste Liebe, die erste schlimme Trennung... Ich spiele die Sachen auch gerne, und viele davon nutzen sich überhaupt nicht ab. Wenn wir beispielsweise "Sehnsucht" spielen, sind das meistens die intensivsten Minuten des ganzen Konzertes - für die Zuhörer und für uns.

Es kursiert ja so eine schöne Geschichte zur Entstehung Ihres Künstlernamens. Stimmt die wirklich?

Purple Schulz: Ja, das war tatsächlich so: Ende der 1960er gab es in Köln nur ein Orgelgeschäft, in dem richtige Hammondorgeln standen. Damals war ich 13, und wir hatten zu Hause nur ein Klavier. Ich wollte aber auch unbedingt Orgel spielen, darum bin ich immer in das Geschäft gegangen. Und da das einzige Stück, das ich mir zutraute, öffentlich zu spielen, "Child In Time" von Deep Purple war, waren die Leute in dem Laden bald leicht genervt - und ich hatte den Spitznamen Purple weg.


Das Interview führte LZ-Redakteurin Barbara Luetgebrune.

Kommentare
@ Online-Redaktion:

Kann mal jemand bitte den Titel korrigieren?
Der Mann heißt nicht Puprle Schulz, sondern Purple Schulz.



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