Sonnabend, 20.09.2014
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18.02.2012
BLOMBERG
Unterlagen über die historische Gefriergemeinschaft Großenmarpe finden sich im Stadtarchiv
Eisiges Interesse verband die Landbevölkerung

Blomberg-Großenmarpe. Einen Kühlschrank, meist auch eine Gefriertruhe oder mindestens ein Gefrierfach, hat heute fast jeder hierzulande. Das war nicht immer so: Von 1959 bis 1989 existierte in Großenmarpe eine "Gefriergemeinschaft".

Mit diesem Begriff kann heute kaum noch einer in dem Blomberger Ortsteil etwas anfangen. Dabei war sie von erheblicher Bedeutung für viele Familien in Großenmarpe, wie Ortsvorsteher Erhard Oerder erklärt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten sich nämlich nur die wenigsten Privathaushalte eine eigene Tiefkühltruhe leisten können.

So sei es zur Gründung der Gefriergemeinschaft als Zweckgemeinschaft gekommen. Oerder: "Die Arbeit der Landwirtsfrauen sollte dadurch erleichtert werden." Da es sich um eine große Anlage handelte, wurde viel Platz benötigt. Im Scheunenteil des ehemaligen Hofes Kuhl­mann, der 1966 bis auf die Scheune abgerissen wurde, sei man fündig geworden, erzählt Fritz Homann. Er war von 1986 bis 1989 als Gerätewart für die Anlage zuständig.

Seit 1972 gehört das Haus zur Kindertagesstätte. Die Gefrieranlage der Firma Linde hat seinerzeit gut 13.000 Mark. Sie bestand aus 24 Gefrierfächern und vier Vorfroster-Fächern. Hinzu kam noch ein Kühlraum, in dem Tiere nach einer Notschlachtung bis zur Verwertung untergebracht werden konnten.

Erhard Oerder: "Jeder Nutzer musste 700 Mark zur Finanzierung des Projektes bezahlen. Hinzu kam ein jährlicher Beitrag zur Unterhaltung des Betriebes." Wer welches Gefrierfach erhielt, sei ausgelost worden. Auch Nichtmitglieder hätten den Kühlraum nutzen können, ergänzt Homann.

Mit der Zeit seien die Reparaturen immer schwieriger geworden, da es keine Ersatzteile mehr gegeben habe, so Ho­mann weiter. "Und so mussten wir für die große Reparatur des Aggregates am 20. Januar 1965 alles in ein großes Kühlhaus in Lage auslagern. Das war schon sehr aufwändig."

Den gesamten Papierkram rund um die Gefriergemeinschaft hat Erhard Oerder an den Stadtarchivar Dieter Zoremba übergeben. Der Ortsvorsteher: "Leider gibt es aber kein Foto von der Gefrieranlage. Wenn also jemand eine alte Aufnahme bei sich findet, soll er sich bitte mit mir in Verbindung setzen."

Die Anlage selber ist leider auch nicht mehr erhalten. Vor dem Abbruch hat Ursula Bunte, die Schwiegertochter des letzten Vorsitzenden der Gefriergemeinschaft, sie dem Westfälischen Freilichtmuseum in Detmold angeboten. Oerder: "Dort hatte man aber bedauerlicherweise keinen Platz für ,Sonderbauten\', die noch nicht so alt sind." (mab)


Kostbares Dokument des dörflichen Lebens

Stadtarchivar Dieter Zoremba ist begeistert von den Unterlagen. "Auch solche kleinen Dinge sind wichtig für die Dokumentation der Stadtgeschichte. Hier liegt ein herausragendes Beispiel für die Dorfentwicklung in den 1950er- bis 1970er-Jahren vor. Es handelt sich zum einen um die Einführung neuer Techniken, die traditionelle Konservierungsmethoden ablösen. Zum anderen wird dokumentiert, dass Bürger das Leben gemeinsam meistern. Solche Unterlagen gehören also unbedingt in ein Archiv. Auch wenn etwas auf den ersten Blick unbedeutend aussehen mag, ist es gleichwohl bedeutend für Dorfgeschichte. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit gehen Themen zu schnell unter. Deshalb landen maximal ein Prozent aller Papiere in den Archiven. Der Rest wird weggeschmissen."(mab)

Stadtarchivar Dieter Zoremba ist begeistert von den Unterlagen. "Auch solche kleinen Dinge sind wichtig für die Dokumentation unserer Stadtgeschichte. Hier liegt ein herausragendes Beispiel für die Dorfentwicklung in den 1950er- bis 1970er-Jahren vor - für die Einführung neuer Techniken, die traditionelle Konservierungsmethoden ablösen. Zum anderen wird dokumentiert, dass Bürger das Leben gemeinsam meistern. Solche Unterlagen gehören also unbedingt in ein Archiv. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit gehen Themen zu schnell unter. Deshalb landen maximal ein Prozent aller Papiere in den Archiven. Der Rest wird weggeschmissen."(mab)


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