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21.02.2012
BLOMBERG
Gymnasiasten erforschen Blomberg zur Zeit des Nationalsozialismus

Paulina, Jacqueline (beide 14), Laura und Nicole (beide 15, von links) stellten die Ergebnisse ihrer Recherchen vor. | Foto: Medienagentur Brink

Blomberg. Geschichtsunterricht mal anders und mit Bezug zur Heimat. Die Schüler der Klasse 9a des Hermann-Vöchting-Gymnasiums haben sich über Blomberg zur Zeit des Nationalsozialismus informiert - mit einer Tour durch Blombergs Innenstadt.

Dabei besuchten sie Orte, an denen zwischen 1933 und 1945 Geschichte geschrieben wurde. So diente der heutige Parkplatz eines Lebensmittelmarktes an der B1 am 13. Januar 1933 für eine Empfangszeremonie des späteren Diktators Adolf Hitler und seiner Delegation. Hier warb er für Stimmen bei der Landtagswahl in Lippe zwei Tage später.

Ein jetzt als Bankhaus genutztes Gebäude am Kurzen Steinweg war Schauplatz für die Vertreibung der jüdischen Familie Königsheim, die als eine der letzten jüdischen Bürger Blombergs nach Argentinien auswanderte und sich damit dem Druck der Nazis beugen musste.

Im Dritten Reich trugen zudem einige Straßen und Plätze der Nelkenstadt Namen damaliger Machthaber. So war Franz Seldte Namensgeber für den Hagenplatz. Der Politiker der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und Reichsarbeitsminister war bis 1945 Mitglied der Reichsregierung und des Reichstages, fanden die Schüler heraus. Der sogenannte Vatti-Park unterhalb des Niederntores trug den Namen "Horst-Wessel-Park". Wessel schrieb den Text des nach ihm benannten Horst-Wessel-Liedes, welches nach seinem Tod 1930 zur Parteihymne der NSDAP wurde.

Ins Leben gerufen hatte den Archivtag Geschichtslehrerin Marion Franke-Eickmeier, Stadtarchivar Dieter Zoremba begleitete die Projektarbeit. Die Neuntklässler sollten herausarbeiten, inwiefern der Nationalsozialismus seine Schatten auch nach Blomberg warf.

Die Schüler bekamen historische Fotografien und Dokumente mit auf den Weg und fotografierten die geschichtsträchtigen Orte zur Veranschaulichung so, wie sie sich heute im Stadtbild darstellen. Anschließend markierten sie die Schauplätze der Geschichte auf einer Blomberg-Karte. "Vielleicht haben auch eure Großeltern noch lebendige Erinnerungen an einige dieser Orte", appellierte Franke-Eickmeier an die Gymnasiasten, das Thema auch nach Schulschluss weiter zu vertiefen.

Kommentare
Der Nationalsozialismus ist nicht -tschingbumm-vom Himmel gefallen.
Wie es dazu gekommen ist, und welche Rolle Hindenburg dabei gespielt hat, und wer Hindenburg mit ins Amt gebracht hat (als Reichpräsident) und wer Hindenburg als Feldherrn mitgetragen hat, das bedarf auch der Beleuchtung und dürfte grade in Anbetracht der letztjährigen Anti-Hindenburg-Aktionen interessant sein. Die Spaltung der linken Kräfte in der Weimarer Zeit hat unbedingt dazu beigetragen.

Auch aktuell ist das zu bemerken: Hätte die LINKE vor zwei Jahren ihren Schatten übersprungen, hätts die Affäre Wulff nicht gegeben. Und auch andere sozial-politische Entwicklungen wäen anders gelaufen.



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