Blomberg-Großenmarpe. Der neue Pächter des Gasthofs "Marpetal", Peter Tappe, hat sich in der jüngsten Dorfaussschusssitzung den Dorfbewohnern vorgestellt. Allerdings hatten diese keinen roten Teppich für ihn ausgerollt.
Wie die LZ berichtete, hatte das Wirtsehepaar Rosi und Günter Zwingelberg nach 33 Jahren den Pachtvertrag mit der Stadt als Eigentümerin des "Marpetal" einvernehmlich aufgelöst. Die Verabschiedung fiel wegen Krankheit der Wirtin kürzer aus als geplant: Die Präsentübergabe fand quasi an der Theke statt, weil Günter Zwingelberg alle Hände voll zu tun hatte.
Mit dem Barntruper Peter Tappe hatte die Blomberger Immobilienverwaltung (BIG) schnell einen Nachfolger gefunden. Nun stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an: In das "Marpetal" will Tappe über 200.000 Euro investieren. Bis Ostern soll die Sanierung abgeschlossen sein, berichtete er den Dorfbewohnern.
Da der Saal der Gaststätte als Dorfgemeinschaftshaus dient, laufen die Umbauarbeiten in Kooperation mit der Stadt. "Mir ist bewusst, dass mich hier eine Riesenaufgabe erwartet", erklärte Peter Tappe in seiner Vorstellungsrede. Von seinem Konzept, das "Marpetal" montags und dienstags nicht zu öffnen, sind die Einwohner allerdings wenig angetan. Viele sehen das Vereinsleben und die Gemeinschaft in Gefahr. "Ich glaube, Sie interessiert das Tagesgeschäft gar nicht. Sie wollen ihre Events durchziehen und mit dem großen Saal Geld verdienen", ließ ein sichtlich zorniger Dorfbewohner Peter Tappe wissen. Der wehrte sich: "Das stimmt nicht, denn wenn das so wäre, hätte ich nicht bereits Servicekräfte für genau diesen Bereich eingestellt", entgegnete der Gastronom. "Ich bin für jede Schandtat zu haben, aber ich werde nicht sieben Tage die Woche hinter der Theke stehen", fügte Tappe an.
Kurz bevor die Stimmung in der Sitzung zu kippen drohte, ergriff Peter Ahnert, Vorsitzender des Turnvereins Großenmarpe/Erdbruch, das Wort. Sachlich, aber bestimmt, wandte er sich an Tappe: "Wenn wir Sie unterstützen sollen, dann reden Sie mit den Vereinen über ihre Pläne." Tappe fing den Ball dankbar auf und einigte sich mit den Großenmärpern auf einen "Runden Tisch" am 8. März.
"Wenn alle an einem Strang ziehen, ist die Gastronomie in Großenmarpe über Jahrzehnte gesichert, und das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr", betonte Bürgermeister Klaus Geise. Am 12. April tagt die Dorfgemeinschaft erneut. Auch dann soll Peter Tappe mit am Tisch sitzen.
So könnte der Saal dort in umgestalteter Form ein durchaus geeigneter Ort für größere Events darstellen, siehe z.B. die Abiparty am Freitag.
Zudem stellt das Marpetal dann vielleicht auch eine echte Alternative zum Hochzeiten feiern o.ä. gegenüber der Schießhalle, die seit kurzem in ihrer Vermietung stark verteuert wurde.
Der neue Pächter steht nun also vor der Aufgabe Dorfkneipe und Eventstandort unter einen Hut zu bringen. Kann mir aber durchaus vorstellen, dass dies gelingt.
Und die Frikadellen werde ich auch vermissen