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26.11.2012
BLOMBERG
Songfestival in Blomberg bietet viele Kontraste
Stefan Stoppok reißt das Blomberger Publikum mit - Werner Lämmerhirt sorgt für nachdenkliche Töne
VON KARL-HEINZ KRULL

Ungekrönter König des Songfestivals: Stefan Stoppok | Fotos: Krull

Blomberg. Das 6. Blomberger Songfestival ist Geschichte - und es ist eine spannende. Auch neben den Top Acts Werner Lämmerhirt und Stefan Stoppok gab es viel zu entdecken.

Eigentlich sind die rund 150 Plätze, die die "Alte Meierei" bietet, zu wenig für einen wie Stefan Stoppok, der es normalerweise nicht unter 400 Sitzplätzen macht. An­drea Plat und Volkwin Müller, die das Songfestival mit Hilfe der Stadt und einiger Sponsoren organisiert hatten, mussten hartnäckige Überzeugungsarbeit leisten, konnten mit Stoppok dann aber ein echtes Zugpferd für den Samstag buchen. Wie Werner Lämmerhirt am Freitag sorgte er für ein volles Kulturhaus und für Begeisterung beim Publikum.

Der Saal mit den bequemen Kinostühlen und der hohen Bühne war komplett besetzt, als Stoppok zwischen drei Gitarren, zwei Banjos und einer Bouzouki Platz nahm. Von jetzt auf gleich hatte er sein Publikum im Griff, startete mit einem "Reißt Euch zusammen" als Antwort auf erste Juchzer einiger nachgereister Fans und sorgte mit Hits wie "Zwischen Twen Tours und Seniorenpass", "Mir stinkt’s auch" oder "Dein Land ist das Rheinland, Willi" für Begeisterung beim Blomberger Stammpublikum und manchmal ausufernde Begeisterung bei seinen Hardcore-Fans.

Mit seinen lässigen, manchmal bissigen Texten, seinem Händchen für Publikumsreaktionen und einer nicht unbedingt filigranen, aber rhythmisch-mitreißenden Gitarrenarbeit war Stefan Stoppok der ungekrönte König des Songfestivals. Stoppok ist einer, der für Stimmung sorgte - und sein Auftritt war so ganz anders als der für Freitagabend gebuchte Werner Lämmerhirt. Dessen ausgefeilter Finger-Picking-Stil an der Gitarre ist seit über 40 Jahren bekannt, die Folkszene in den 70er Jahren ohne ihn ist nicht denkbar.

Lämmerhirts Virtuosität im Umgang mit der Gitarre ist geblieben, aber er beschränkt sich nicht mehr nur auf ausufernde "Saitenorgien", sondern er singt auch dazu. Mit heiserer, manchmal an Bob Dylan erinnernder Stimme sang er über Liebe oder Abschied, aber auch von seiner Wut über gesellschaftliche Zustände und Politiker, deren Taten er nicht mag. Ein leiser Auftritt mit oft politischem Inhalt und vielen Zwischentönen.

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Zwischen diesen beiden musikalischen Polen gab es viel zu entdecken. Pete Alderton und Jens Hausmann hatten das Festival am Freitagabend mit Blues eröffnet. Dirk Schelpmeier erzählte mit "Neues aus Bentrup" seine zwischen Bentrup, Bielefeld und Berlin verorteten Geschichten und sorgte mit einem inspirierten Auftritt prompt für einen der Höhepunkte des Festivals. Schelpmeier, der die überzeugende Kontrabassistin Natalie Plöger an seiner Seite hatte, pflegte nicht nur das bekannte Repertoire, sondern spielte neue und überzeugende Versionen, die beim Publikum für begeisterten Applaus sorgten.

Carsten Menzel bot zum Start in den Samstagabend ebenfalls Überraschendes: Er mag Experimente, begann a cappella mit einem eigenen Lied, hatte Songs von Dylan und Cohen dabei – und das war erfrischend gut. Festival-Mitorganisator Volkwin Müller und Bert Halbwachs machten einen Trip in ihre friedensbewegte Vergangenheit und boten einen Einblick in ihr musikalisches Schaffen. Die beiden hervorragenden Gitarristen spielten Lieder ihres Trios "Galileo" aus den frühen 80er Jahren, was bei vielen im Publikum Erinnerungen wachrief.


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Kommentare
Werner Lämmerhirt spielt zwar begnadet Gitarre, aber seine Gesangsstimme klingt etwas dünne. So richtig überzeugend ist diese Kombination daher leider nicht.



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