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09.02.2013
BLOMBERG
Naturschutzbund entrümpelt ein Kleinod
Euwatec-Team befreit im Auftrag des Vereins ökologisch wertvolles Feuchtgebiet von Unrat
VON MARIANNE SCHWARZER

Unglaubliche Ansammlung | Foto: Schwarzer

Blomberg-Borkhausen. Ein kostbares Biotop bietet an der Einmündung zur Pappelallee bei Borkhausen nicht nur dem Schwarzstorch Zuflucht, sondern auch Umweltsündern. Der Nabu versucht jetzt, das Feuchtgebiet zu retten.

Direkt an der Straße, aber doch versteckt: Die Teichanlage mit dem alten Mühlengraben haben wohl die wenigsten Autofahrer im Blick, wenn sie zwischen Blomberg und Nessenberg unterwegs sind. Seit einigen Jahren ist die Pappelallee für den Durchgangsverkehr gesperrt, so dass insgesamt an drei Seiten des Geländes Ruhe herrscht. So viel Ruhe, dass Naturfotograf und Naturschützer Bernhard Brautlecht vergangenes Jahr in seinem Tarnzelt herrliche Aufnahmen von fischenden Schwarzstörchen machen konnte.

Das Gelände hat vor einigen Jahrzehnten die Nordrhein-Westfalen-Stiftung erworben, in deren Auftrag sich der Naturschutzbund Blomberg darum kümmert. Hand in Hand geht hier die Arbeit mit der Biologischen Station Lippe, die auf den feuchten Wiesen ringsum Skudden weiden lässt, um das Biotop zu erhalten. "Im vergangenen Jahr haben wir den Teich mal ausbaggern lassen", erzählt Brautlecht. Dabei drangen die Vereinsmitglieder weiter in das Gelände vor als sonst: "Und dann haben wir erst einmal gesehen, wie viel Müll hier abgelagert worden ist."

Der Nabu rief das Team der Euwatec zur Hilfe. Sechs Langzeitarbeitslose rückten mit Teamleiter Hans-Joachim Loskant am Donnerstag mit Müllsäcken, Greifern und Wathose an, um am und vor allem im Gewässer aufzuräumen. Mitten im Bach findet sich ein Computermonitor, gleich daneben eine vermoderte Holzkommode, wenige Schritte weiter am Ufer ein Fernseher: "Dabei kann man die doch sogar kostenlos abgeben", schüttelt Manuela Ostmann den Kopf.

Ein paar Meter weiter liegen aufgerissene Müllsäcke: Plastikverpackungen gemischt mit vollen Kinderwindeln - eine eklige Angelegenheit. Keine angenehme Arbeit für Manuela Ostmann und Daniel Topp, während Karsten Vösgen und Ulrike Sandrau mit ihren Greifern Plastikflaschen aus dem Bach angeln. Derweil versucht Tobias Nagel, den aufgerissenen Fernseher durch das unwegsame Gelände hoch zur Straße zu schaffen.

"Die Abgeschiedenheit ist ein Vor-, aber auch ein Nachteil", sagt Brautlecht. "Wer hier seinen Müll in die Gegend kippen will, ist einigermaßen unbeobachtet." Er hofft, dass der Schwarzstorch sich auch in diesem Jahr wieder einfinden wird - und dass es vorerst sauber bleibt.


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Kommentare
Abfälligkeit ??Oh .sorry @Einwohner..da scheinen Sie Etwas zu sehen, was nicht ist..so wie im Märchen ..*Des Kaisers neue Kleider* .Nur Weil es Ihnen nicht gefällt.
Ich sehe diese Aufräumaktion durchaus positiv, dies habe ich auch ausgedrückt. Aber das themenfremde Einrücken * vom persönlichen Befindlichkeitsstörungen (...) ,..die sehe ich durchaus kritisch :-)
Anonym ??Wer SIE ? Na Gott sei Dank, ich dachte schon Sie meinten mich ;-)

Echt übel was die Leute so in die Natur werfen. Man kann den freiwilligen Helfern allerdings nicht auch noch zumuten zwischen den Windeln nach Hinweisen auf die Täter zu wühlen...bäh.
Leider kann man solche "MItmenschen" wohl nur auf frischer Tat ertappen.

Zur Anonymität:
Ihr alten Leute habt das Internet nicht verstanden, das ist alles. Hier gibt es kein verifiziertes Login, ergo jeder könnte sich "Helmut Schmeißner" nennen und Kommentare posten - schon mal daran gedacht?! Ich finde es mehr als nur dümmlich sich hier mit echtem Namen zu profilieren, aber nur zu...steht ja jedem frei - das ist das Internet.

Erstaunlich finde ich bei wild entsorgtem Müll, dass sich teils zurückverfolgen lässt, wer ihn jeweils entsorgt hat. So finden sich in diesem Müll bei genauerer Betrachtung Rezepte vom Hausarzt, Polizeiliche Platzverweise, Rechnungen und allerlei dienliche Hinweise, welche jedoch wohl selten bei Aktionen wie diesen ausgewertet werden. Schade eigentlich.
Einen kernbeisser-Filter hätte ich gern, weil ich diese Abfälligkeit seiner Kommentare als unangemessen empfinde. Hier hat er wohl ein Problem mit der Anonymität.

Erfreulich an der Debatte ist, dass auch einige anonyme Blomberger/innen empfindlicher geworden sind. Richtig ist, dass zwei städtische Birken, die trocken geworden sind, von der Stadt gefällt wurden und die Reste noch liegen.
Na klar, wir lassen die Kirche und die Bäume im Dorf (Stadt).

Noch ein Tipp Wo ist Ihr Ehrenamt? Hut ab vor dem Nabu und den Leuten die Ihre Freizeit damit verbringen den Müll anderer Leute zu entsorgen.



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