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23.01.2012
DETMOLD
Großdemo in Lippe gegen Nationalpark
2.000 Demonstranten auf der Straße
VON MARTIN HOSTERT

Für und wider | FOTO: PREUSS

Detmold. Die Gegner des Nationalparks machen mobil: Rund 2.000 Menschen demonstrierten in Detmold gegen die vom Land geplante Ausweisung des "Nationalparks Teutoburger Wald". Mehr als 100 Traktoren und Langholzfahrzeuge begleiteten die Demonstration.

Während die letzten Trecker starteten, erreichten die ersten schon den Kundgebungsplatz. Keiner habe mit so vielen Teinehmern gerechnet, hieß es von Seiten der Veranstalter, der Bürgerbewegung "Unser Teutoburger Wald". Den Nummernschildern der Fahrzeuge zufolge waren viele Teilnehmer aus den Kreisen Paderborn und Höxter gekommen. Transparente klebten an den Traktoren; kündeten von der Sorge um zu hohe Kosten, Wegeverbote oder darum, künftig kein Holz mehr im Wald schlagen zu können. Viele Plakate richteten sich auch persönlich gegen Landrat Friedel Heuwinkel, unterstellten dem CDU-Politiker, sich ein Denkmal setzen zu wollen.

"Hopp, hopp, hopp – der Nationalpark ist ein Flop" oder "Nationalpark? Nein, danke" skandierend zogen die Demonstranten durch Detmold. Vorbei auch an Ständen von Projekt-Befürwortern. Vertreter der Umweltschutzverbände und der Grünen argumentierten mit den Nationalparkgegnern, gerieten zum Teil lautstark mit ihnen aneinander.

Vorm Landestheater eröffnete Jürgen Ruth ("Unser Teutoburger Wald") die Kundgebung. Die große Zahl der Demonstranten sei ein "phantastisches Zeichen" gegenüber Heuwinkel und Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). "Mit uns kann man nicht machen, was man will", rief Ruth. Er hoffe, dass Heuwinkel die heutige Sitzung des Kreistages mit den Worten eröffne: "Der Nationalpark ist tot."

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Der Vorsitzende des Waldbauernverbandes NRW, Philipp Freiherr Heereman, nannte den Demonstrationstag "einen guten Tag" für NRW, die von vielen geforderte Bürgerbefragung zum Nationalpark "ein Spiel auf Zeit". Beatrix Boekstegers (Waldbauernverband Lippe) sagte, in den vergangen 300 Jahren habe sich der Wald durch nachhaltige Bewirtschaftung optimal entwickelt, dies müsse im Interesse von Flora und Fauna so bleiben.

Frank Schäffler, Vorsitzender der FDP in Ostwestfalen-Lippe, verwahrte sich gegen "Öko-Sozialismus" aus Düsseldorf. Auch Heinrich Kemper (Landwirtschaftlicher Hauptverein) und Augustdorfs Bürgermeister Andreas Wulf protestierten. Stephan Prinz zur Lippe bekräftigte, dass seine Wälder nicht zur Verfügung stünden: "Das muss endlich mal zur Kenntnis genommen werden. Ich bleibe dabei: Wer was anderes gehört haben will, hatte ein Blackout."

Elmar Brok, CDU-Chef in OWL, nannte die Wirtschaftlichkeitsgutachten, denen zufolge sich ein Nationalpark rechnet, von den Befürwortern "bestellt". Sie kalkulierten mit Besucherzahlen für Attraktionen im Lipperland wie dem Hermannsdenkmal und den Externsteinen, die gar nicht zum Nationalpark gehören sollen. "Wir haben hier den Prinzen gehört, Minister Remmel aber hält sich für den Fürsten und spricht von ,seinen Wäldern‘." Lippe sei nicht das Testgebiet Düsseldorfs.

Themenseite zum Nationalpark


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Kommentare
Interessant wie der Herr Landwirt Ruth komplett mit den regionalen FDP Parteikader Gerdes, Meier, Lumpp usw. anscheinend relativ erfolgreich die Klientelpolitik für sich unter dem Deckmantel der Bürgerinitiative unser teuto über die Presse umsetzen konnte, ohne das deutlich gemacht wurde wer hier die BI repräsentiert .

....nur schade das die beutellipper aus kalletal hier die grosste klappe haben...woanders hat man sie möglicherweise verscheucht....habe ja noch immer die hoffnung das auch wanderprediger mal weiterziehen...

@Dr.L
Ich schließe mich dem Schlußsatz Ihrer Ausführungen an....
Ich bin auch froh, daß Sie nicht mehr in Lippe seßhaft sind !! ;-)

...Manchmal bin ich froh, nicht mehr in Lippe wohnen zu müssen. So viel Sch....sinn der Nationalparkgegner habe ich seit den Diskussionen um den Nationalpark Wattenmeer (vergangenes Jahrtausend, inzwischen Weltnaturerbe) nicht mehr gehört.
@ Heiko: Welche Kosten hast du?
@ amüsiert: Schon mal was von Nahrungsnetzen gehört? Und was gibt dir das Recht, dich wichtiger als einen Käfer zu nehmen?
Wie auch immer, dass sich 2000 oder auch nur 1000 Menschen auf die Straße begeben, um Nachhaltigkeit und ein wenig Zurückgeben, was in den letzten Jahrzehnten auch in Lippe der Natur genommen wurde (vor 30 Jahren konnte ich in Detmold noch Feldlerchen hören...), ohne selbst echte Nachteile zu "erleiden", dass mal wieder ökonomische Vorteile einiger Weniger wichtiger sind als die Entwicklung ungestörter Rückzugsräume fur Fauna und Flora, das schockiert mich wirklich. Anstelle die echten Probleme auf diesem Globus wie Kliamwandel, Welthunger etc. anzugehen, muss man aus einer Provinz-Mücke ein Elefanten gemacht werden. Manchmal bin ich echt froh, nicht mehr in Lippe wohnen zu müssen...

Keine Angst.....
mein Standpunkt passst schon ..
Und ..Mariechen des Tanzes ,.. es genügt nicht nur sich im Kreis zu drehen .Man bohrt sich dann fix in die Erde ...Richtung Erdmittelpunkt !
dann iss Schluß mit lustig, da wird es mächtig heiß.



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