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21.02.2012
DETMOLD
Wiener Klaviertrio begeistert sein Publikum im Detmolder Sommertheater
Ein Abend voller Inspiration

Konzentriert | Foto: Dick

Detmold (cd). Das Wiener Klaviertrio zählt zu den erfolgreichsten Ensembles der Gegenwart. Am Samstag, 18. Februar, spielte das renommierte Ensemble in einer neuen Konzertreihe im Detmolder Sommertheater.

Seit 2002 arbeitet das Wiener Klaviertrio erfolgreich mit der Detmolder Musikproduktion Dabringhaus und Grimm zusammen, die Partner für die Konzertreihe ist. Werner Dabringhaus moderierte den Abend, hatte er doch allerlei musikalisches Wissen sowie unterhaltsame Anekdoten über die Werke parat. "Ich sollte der Programmzettel sein", sagte Dabringhaus scherzhaft, als er feststellte, dass die Zuschauer bereits eigene Programme in den Händen hielten.

Vier großartige Werke von vier großen Komponisten waren hier notiert: Haydns "Zigeunertrio", das Klaviertrio C-Dur op. 87 von Brahms, das Klaviertrio G-Dur op.1/2 von Beethoven und ein selten gespieltes Werk von Liszt: "Tristia - La vallée d’Obermann". Die Interpretationen des Wiener Klaviertrios waren bewegend, ergreifend, erfrischend und gehaltvoll. Die Musiker präsentierten sich äußerst konzentriert, perfektionistisch - und doch berührte ihre Musik. Leicht und duftig wirkte der erste Satz von Haydns Zigeunertrio; schon hier zeigte Pianist Stefan Mendl, der überall auf der Welt Meisterkurse gibt, wie zart sein Tastenspiel ist. Gemeinsam flitzten die Drei später durch das Finale. Für seine Haydn-Einspielung wurde das Wiener Klaviertrio mit dem Echo-Klassik-Preis ausgezeichnet.

Auf den "pädagogisch wertvollen" Haydn (Zitat Dabringhaus) folgte Beethoven, der die Kategorie Klaviertrio "geliftet" habe, so Dabringhaus. Manch eine Frechheit und Galanterie sei in Beethovens Klaviertrio G-Dur anzutreffen: "Das Stück ist natürlich virtuos", bemerkte der Moderator. In der Tat fanden sich hier ausdrucksvolle, interessante und lebhafte Überraschungen, gleichzeitig tat sich ein wetteifernder und stürmischer Charakter auf. Das Wiener Klaviertrio, das seit über 20 Jahren regelmäßig in fast allen wichtigen Musikzentren in Europa, Lateinamerika, Nordamerika, Australien und im Fernen Osten konzertiert, sprühte vor Dynamik und faszinierender Virtuosität.

Mit Liszts "Tristia" bekam der Abend eine melancholische Wendung. Das existenzielle Werk zeugte von Einsamkeit und Weltschmerz, sehr ergreifend umgesetzt von den drei Musikern. Das Cello (Matthias Gredler) und die Violine (Wolfgang Redik) - beide spielten übrigens auf einem Guadagnini-Instrument - traten in fesselnde Dialoge. Wunderbar, mit welch einem Facettenreichtum das Wiener Klaviertrio diese Komplexität darstellte. Als wäre das alles noch nicht genug, spielten sie noch Brahms’Klaviertrio C-Dur. Spielerische Freude wechselte hier mit Tiefsinn. Kurz: Der Abend war voller Inspiration. Großartig!


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