Detmold-Pivitsheide. Auslandserfahrung ist auch für Handwerker wichtig. Das hat Tischler-Azubi Aileen Haase (19) jetzt festgestellt. Für vier Wochen arbeitete sie in einem Betrieb in der Stadt Fredericia und wohnte bei einer dänischen Familie. Ihr Fazit: "Ich kann das nur empfehlen."
Deutschland und Dänemark sind Nachbarn, aber dennoch hat die junge Handwerkerin Unterschiede festgestellt: Zeitdruck habe es kaum gegeben, aber auch auf die Qualität habe man nicht so viel Wert gelegt, wie sie es von ihrer Ausbildung in Deutschland her kenne, schildert sie ihre Beobachtungen. "Die arbeiten locker vor sich hin, aber schaffen dann auch weniger."
Die Manufaktur Mücke GmbH, in der Aileen Haase im dritten Lehrjahr arbeitet, hat sich auf Ladenbau, Shop-in-shop-Einrichtungen und Verkaufsdisplays spezialisiert. In dem ausländischen Betrieb profitierte die Auszubildende daher in fachlicher Hinsicht, indem sie die Fertigung von anderen Produkten kennen lernte.
Aileen Haase reiste mit dem bundesweiten Projekt "Berufsbildung ohne Grenzen" nach Dänemark. "Die Entsendungen von Auszubildenden ins Ausland nehmen zu", stellte die Mobilitätsberaterin der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, Hildegard Kuckuk, fest. Jeder Lehrling habe ein Mal während seiner Ausbildung die Möglichkeit, für mindestens drei Wochen ins Ausland zu gehen. "Das ist aber kein Muss für die Betriebe", fügt Hildegard Kuckuk hinzu. Betriebsinhaber Ralf Mücke zeigte sich aufgeschlossen: "Mir wurde während meiner Ausbildung ein Kammeraustausch in Frankreich ermöglicht.
Deshalb habe ich diese Idee sofort unterstützt. Einmal über den Tellerrand zu blicken, andere Betriebe und andere Leute kennen zu lernen, hat mir Selbstbewusstsein gegeben." Gleichzeitig sei das eine Belohnung für Aileen Haases "überdurchschnittliche Leistungen" gewesen. (Eva)