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25.02.2012
DETMOLD
Praktiker haben viele Fragen zum Thema Inklusion
Gleichberechtigte Teilhabe Behinderter in der Schule: SPD-Landespolitiker hören Kritik an Einführung

Im Gespräch: Josef Neumann vor dem Auditorium in der Grundschule Hakedahl. | Foto: Engelhardt

Detmold. Das Wort "Inklusion", die gleichberechtigte Teilhabe Behinderter in allen Bereichen, bestimmt seit Monaten insbesondere schulpolitische Debatten. Der SPD-Landtagsabgeordnete Dennis Maelzer und sein Kollege Josef Neumann wollten jetzt in Detmold hören, was Praktiker dazu sagen. Sie bekamen einiges zu hören.

Pädagogen verschiedener beruflicher Herkunft, aber auch Kommunalpolitiker und Vertreter der Schulverwaltung, hatten sich auf Maelzers Einladung hin in der Grundschule Hakedahl eingefunden und nutzten die Gelegenheit, die Zustimmung der Basis zum generellen Ziel, aber den Unmut über den Weg dahin zu äußern.

Was genau beim Thema Inklusion in der Schule geschehen solle, sei noch nicht klar, aber wie sie eingeführt werde, demotiviere bereits jetzt, sagte ein Lehrer. Ein Schulleiter monierte, dass Verfahren, in denen bei Kindern ein besonderer Förderbedarf festgestellt werden sollte, zurückgestellt werden, und die Kinder in "normalen" Grundschulen eingeschult werden, die aber kein adäquates Personal dafür bekämen. "Das ist ein Sparmodell", kritisierte er. "Keiner kennt den Fahrplan, aber der Zug rollt schon", brachte es ein Vertreter der universitären Lehrer-Ausbildung auf den Punkt. Josef Neumann, Inklusionsbeauftragter seiner Partei und ehemals Geschäftsführer der Lebenshilfe Solingen, nutzte lieber das Wort Prozess. In den steige man nun ein, und es gebe viele offene Fragen zu klären. Er kündigte einen Aktionsplan "Eine Gesellschaft für alle" an, in dem es auch um das Thema Inklusion in der Schule gehen werde. Ab 2013 solle es einen Rechtsanspruch auf inklusive Beschulung geben, der zunächst für die Klassen 1 und 5 als Eingangsklassen gelte. Was nun geklärt werden müsse, seien Fragen wie: "Wie setzen wir das um? Haben wir genügend Sonderpädagogen?", zählte er auf.

Info
Der Begriff Inklusion meint die Umsetzung der UN-Behindertenkonvention in Deutschland, die hier seit 2009 gültiges Recht ist. Darin steht, dass jeder Mensch das Recht hat, ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein. Das umfasst politische Partizipation genauso wie Bildung, Teilhabe an der Arbeitswelt und am sozialen Leben. In Bezug auf Schule müsse der Staat deshalb allen Kindern die gleichen Möglichkeiten geben und dabei dem Wohl des Kindes Sorge tragen und seine Individualität berücksichtigen, erläuterte Landtagsabgeordneter Dennis Maelzer. Der Paradigmenwechsel lautet: Das System muss sich entsprechend ändern, nicht Behinderte müssen sich in das System integrieren. Dafür, so heißt es beim Institut für Menschenrechte, müssten Barrieren abgerissen werden - auch in den Köpfen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.inklusion-als-menschenrecht.de

Sicher sei, dass die Schulen für ihre neuen Aufgaben angemessen ausgestattet werden müssten und dass die Entwicklungen im Lande unterschiedlich sein dürften, weil auf regionale Besonderheiten Rücksicht genommen werde. Sicherlich müsse man die Fachkompetenzen an "Kernorten" bündeln, aber von dort sollten die Ressourcen dort eingesetzt werden, "wo das Kind ist", drückte sich Neumann aus. Derzeit warte die Schulbürokratie aber noch auf Ansagen aus Düsseldorf.

Neumann warb, die Schulen sollten sich in den Prozess einbinden, er hoffe auf den Dialog. Denn letztlich biete das Thema Inklusion große Chancen für alle Seiten. "Ein Wald wird ja auch erst durch die Vielfalt der Pflanzen und Tiere schön."(te)



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