Extertal-Bösingfeld. Der Heimat- und Verkehrsverein Extertal-Bösingfeld kann auf eine 85-jährige Geschichte zurückblicken. Statt zu feiern wollen die Bösingfelder jedoch lieber arbeiten. "Wir haben verschiedene Projekte, die wir vorantreiben", erklärt Geschäftsführer Fred Piechnik.
Ein Großprojekt: die Unterführung an der Hummerbrucher Straße. Aus dem ungepflegten, mit Graffiti-Schmierereien verunstalteten Tunnel soll ein Kunstwerk werden. Alu-Schilder werden installiert, gestaltet von drei Künstlergruppen: einem Jugendprojekt des Vereins "JuKulEx" mit Schülern der Grund- und Realschule, einer Extertaler Künstlergruppe um Edith Hausstätter und einem Künstlerkreis aus der Partnerstadt Tangerhütte. "Schön wäre es, vom Kreis oder dem Bauhof ausgediente Verkehrsschilder zu erhalten, denn aus Vereinsmitteln können wir die Alutafeln nicht zahlen", hofft Fred Piechnik. Alu müsse es jedoch sein, denn nur dieses Material könne so bemalt werden, dass eine spätere Verunstaltung mit Graffitis einfach abgewaschen werden kann.
Der "öffentliche Bücherschrank" ist ein weiteres Projekt, das der Verein in diesem Jahr anstoßen will - und wie die Kunstaktion im Tunnel eine Idee der Vereinsmitglieder Elke und Christian Grabenhorst. "In Hannover sind rund 30 dieser öffentlichen Bücherschränke in Betrieb. Die Stadt ist Vorreiter und hier gibt es auch eine Firma, die diese Schränke fertigt", erklärt Piechnik. "Vandalismus" sei bei dieser öffentlich zugänglichen "Bücherei" bislang erfahrungsgemäß kein Thema. Der favorisierte Standort - auf dem Rathausplatz vor dem Einkaufszentrum - sei zudem öffentlich und böte weiteren Schutz. "Hier gibt es einen Baum und eine Bank. Da würde ein Buch doch gut zu passen", befindet Piechnik.
Wieder instandgesetzt werden soll das Denkmal im Südhagenweg, das an die ehemalige Synagoge erinnert. Weiterhin soll mit einem "Panoramaweg Hohe Asch", der in Zusammenarbeit mit Marketing Extertal entsteht, dem früher so beliebten Wandergebiet rund um den Aussichtspunkt "Hohe Asch" neues Leben eingehaucht werden. Mit einem weiteren Projekt "Geocaching", dem Wandern und Schatzsuchen per Navigationsgerät, will der Heimatverein in Zukunft auch eine bei allen Vereinen begehrte Zielgruppe ansprechen: Jugendliche. "Das wird aber vermutlich erst nächstes Jahr realisiert. Für dieses Jahr haben wir genug Projekte", bremst Schriftführerin Hiltrud Kuhn.
Schließlich hat der Verein neben den Aufgaben in der Heimatpflege auch ein umfangreiches Wander-, Radwander- und Kulturprogramm für das laufende Jahr auf die Beine gestellt. Beim Stichwort Kultur kommt unweigerlich das Thema zur Sprache: die Zukunft der Burg Sternberg. Wir haben zahlreiche Ideen", sagt Piechnik, der stellvertretend für den Verein herbe Kritik am Management der Burg übt: "Wir können nur aufmerksam machen. Handeln muss der Eigentümer."








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