Horn-Bad Meinberg. Gegensätzlicher kann ein Wochenende für die Feuerwehr nicht sein. Erst wurde Samstag bei der Après-Ski-Party gefeiert, dann ging es am Sonntag zum Großeinsatz bei einem Familiendrama mit Todesdrohung.
Ein Teil der insgesamt 45 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Horn-Bad Meinberg stand dabei im Bereich Wilberg auf Abruf bereit. Ralph Klare, Pressesprecher der Feuerwehr: "Da aufgrund der Gesamtumstände davon ausgegangen werden musste, dass sich der 29-Jährige in dem Haus in Schmedissen in die Luft sprengen könnte, waren wir hinzugezogen worden, um bei einem möglichen Hausbrand schnellstens löschen zu können."
Der andere Teil der Feuerwehr sollte sich zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz und den Maltesern um die Bewohner der 45 in Schmedissen evakuierten Häuser kümmern. Um die 170 Menschen kurzfristig anderweitig unterzubringen und bestmöglich betreuen zu können, wurde seitens der Stadt Horn-Bad Meinberg die Turnhalle am Waldstadion in Bad Meinberg zur Verfügung gestellt.
Bürgermeister Eberhard Block wurde um 9 Uhr über die Geschehnisse in Schmedissen informiert, die aber zum Glück gegen Mittag mit der Festnahme des Mannes ein vergleichsweise glückliches Ende nahmen. "Ich war gerade beim Frühstück, als mich die Nachricht über die familiäre Auseinandersetzung erreichte. So etwas ist mir in meiner 20-jährigen Dienstzeit noch nicht passiert. Da stehen einem gleich morgens die Haare zu Berge."
Von den 180 betroffenen Schmedissern ließen sich allerdings nur drei in der bereit gestellten Turnhalle in Bad Meinberg blicken. Block: "Und auch diese verschwanden wieder sehr schnell. Offenbar hatten alle Evakuierten schnell bei Verwandten Hilfe gefunden. Das ist natürlich klasse, dass das so gut funktioniert hat."
Übrigens fand gestern auch die sechste Auflage des Neujahrs-Cups des TSV Horn für A-Junioren in der Turnhalle statt. TSV-Vorsitzender Ivo Peraga: "Kurzfristig war es uns gar nicht möglich, den beteiligten Mannschaften und den Zuschauern abzusagen. Deshalb sind wir sehr dankbar, dass wir die Veranstaltung in Absprache mit den Einsatzkräften trotzdem fortführen durften."
Nach Angaben des Bürgermeisters bereitete dies aufgrund des großen Platzes, der in dem Gebäude am Waldstadion zur Verfügung steht, auch überhaupt keine Probleme. "Wenn die Situation allerdings eskaliert wäre, hätten wir die Fußballveranstaltung in der Sporthalle natürlich sofort abgebrochen."
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