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23.02.2012
SCHLANGEN
Stätte Göbel weicht für Verbrauchermarkt
Gebäudestandort ist seit dem Jahr 1589 urkundlich belegt

Im Jahr 1905 | Foto: Privat

Schlangen. In einem Steuerverzeichnis aus dem Jahr 1589 ist der Hof an der heutigen Detmolder Straße 3 erstmals erwähnt worden. In wenigen Wochen wird das Gebäude abgerissen und weicht für eine Erweiterung des Rewe-Verbrauchermarktes.

Der Bauer Johan Reneke, auch Knickjohan genannt, bewirtschaftet den Hof vor mehr als vierhundert Jahren am Rand der Oberen Knick(Hecken)­wiese. Wie der Orts-Chronist Heinz Wiemann aus Dorsten herausgefunden hat, taucht im Jahr 1615/16 erstmals der Name Göbel in Verbindung mit der Stätte auf, wie sie noch heute vielen Schlängern geläufig ist. 1769 gehören zum Hof Göbbelrühmer fünf Personen, sechs Kühe, zwei Schweine und 130 Schafe. Das Kolonat Göbbel umfasst im Jahr 1810 5,7 Hektar. Handel wird vom Grundstück ausgehend bereits 1899 betrieben.

Friedrich Göbel führt die bahnamtlichen Speditionen Paderborn-Schlangen und übernimmt später Landholzfuhren mit zwei Pferden, zeitweise auch mit Getränken.

Im Jahr 1902 lässt Landwirt Friedrich Göbel nach Recherchen Wiemanns vor dem alten Fachwerkhaus mit der Nummer 36 ein Bruchsteinhaus errichten, das bis heute an der Detmolder Straße 3 vorhanden ist.

1912 brennt das mit Erntevorräten gefüllte Fachwerkhaus dahinter völlig ab. Die Feuerwehr war vier Stunden im Einsatz, wie die Lippische Landes-Zeitung damals berichtet. 1936 eröffnet ein Zahnarzt im Haus Göbel seine Praxis. In Zusammenhang mit der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Senne gerät die Familie 1937 in eine Zwangslage, denn ihre landwirtschaftlichen Parzellen liegen zum größten Teil in dem Gebiet. "Der Hof ist nicht mehr lebensfähig", schreibt Heinz Wiemann.

Das Deutsche Reich kauft den Betrieb. Die Familie bezieht einen neuen Hof in der Siedlung Blumenberg im Kreis Wanzleben bei Magdeburg. Vier Eisenbahnwaggons sind für den Umzug erforderlich. Für die Standortwechsel im Zuge der Schließung des Dorfes Haustenbeck ist die Reichsumsiedlungsgesellschaft zuständig. Eine Zweigstelle ist im Haus Göbel eingerichtet. Heinz Wiemann hat die Göbels 1990 ein paar Mal in Blumenberg besucht und ihre Lebengeschichte aufgeschrieben.

Später wird das Haus von einem Polizisten, der den Truppenübungsplatz kontrolliert, und der Familie Levi mit jüdischem Glauben bewohnt. 1964 erwirbt das Ehepaar Herbert und Wilhelmine Käpernick aus Berlin das Gebäude. Die Besitzerin war in Haustenbeck geboren worden. Sie kam immer wieder mal nach Schlangen. Im Alter von 92 Jahren starb sie im vergangenen Jahr. (co)



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