Verängstigtes Tier wird zunächst betäubt und dann mit dem Traktor ans Tageslicht gehoben
Dörentrup. Feuerwehrleute aus Dörentrup haben auf einem Bauernhof in Betzen ein Pony aus einem Schacht gerettet. Das Pferd musste zunächst betäubt werden und wurde dann mit dem Frontlader nach oben gezogen.
Am frühen Dienstagabend waren die Löschgruppe Wendlinghausen und der Löschzug Humfeld nach Betzen gerufen worden. Knapp 20 Helfer versuchten vor Ort, das unter der Erde fest sitzende Pferd zu befreien. Das Tier war in einen etwa ein Meter breiten Schacht vor dem Gebäude gestürzt, der dazu dient, die Gülle aus dem Becken unter dem Stall herauszupumpen.
"Wahrscheinlich hat sich das Pony dabei an einer Schienenanlage verletzt und war dann so verängstigt, dass es weiter nach hinten in das Becken unter dem Stall lief", so Hauptbrandmeister Ralf Kersting, Pressesprecher der Feuerwehr Dörentrup. Da die Helfer das Pferd nicht entdecken konnten, stieg ein Feuerwehrmann mit einer Leiter in den Schacht. Zudem wurde ein Teil der Gülle mit Tauchpumpen abgesaugt, um einfacher an das eingeklemmte Pony heranzukommen.
Mittlerweile war die zeitgleich mit der Feuerwehr alarmierte Tierärztin auf dem Hof angekommen. Nach Absprache mit der Veterinärmedizinerin beschloss der Einsatzleiter, das Pony aus dem Schacht mit mehr Pferdestärke - einem Traktor - herauszuheben. Dazu musste zunächst die Schienenanlage aus dem Becken beseitigt werden, um die Verletzungsgefahr für das Tier zu minimieren. Kurzerhand riss ein Frontlader die Anlage heraus.
Dann begann die eigentliche Rettungsaktion: Ein Feuerwehrmann und die Tierärztin stiegen in das unterirdische Becken und näherten sich dem Pony vorsichtig, um ihm ein Beruhigungsmittel zu geben. Mit Äpfeln wurde es langsam in den äußeren Schacht gelockt. Dort hatten die anderen Einsatzkräfte bereits den Traktor bereitgestellt, Schläuche daran befestigt und diese in Schlaufen in den Schacht abgelassen.
Die Helfer legten die Schläuche um das Pony. Erneut musste die Tierärztin das Pferd betäuben, dann wurde es vorsichtig angehoben und ans Licht geholt. Die Verletzungen, die sich das Tier zugezogen hatte, wurden noch vor Ort verarztet. Am Mittwoch musste es noch einmal in einer Tierklinik untersucht werden.
Mehr als drei Stunden dauerte die spektakuläre Rettung des Pferdes von Betzen. Für Hauptbrandmeister Ralf Kersting sind derartige Einsätze aber inzwischen nichts besonderes mehr: "Das ist schon fast Routine. In den letzten Jahren mussten wir schon mehrfach Pferde retten: Mal aus einem Teich, mal aus einem Kelleraufgang", sagte er gegenüber der LZ.
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