Neues Gutachten rechnet mit Verlust von acht Stellen in der Holz- und Sägeindustrie
Kreis Lippe. Das neue Gutachten zum Nationalpark hat ermittelt, dass die lippischen Firmen kaum vom Holz in der Kulisse abhängig sind. Entsprechend gering sei auch der Arbeitsplatzverlust durch das Projekt.
Die Unternehmens- und Strategieberatung "Roland Berger Strategy Consultants" hat sich im Auftrag des Kreises und des Landesverbandes Lippe nochmals mit der Wirtschaftlichkeit eines Nationalparks Teutoburger Wald/Eggegebirge befasst. Dieses Mal mit Blick auf die Folgen für die Holz- und Sägeindustrie.
Das neue Gutachten zum Nationalpark hat ermittelt, dass der Stellenabbau in der Holzindustrie gering ausfallen wird. Die Chancen überwiegen laut Gutachter. Sehen Sie das auch so?
Bislang bietet die Gebietskulisse eine jährliche Einschlagsmenge von rund 61.000 Festmetern. Wird 79 Prozent der Fläche zur Prozessschutzzone (Areal ohne menschlichen Eingriff) erklärt, reduziert sich der Ertrag beim Laubholz um 80 Prozent auf 6.000 Festmeter, während er beim Nadelholz durch den Umbau des Waldes um 42 Prozent auf 46 000 Festmeter steigt. Daraus ergibt sich unterm Strich ein Minus von 15 Prozent und einen Ertrag von 51.000 Festmeter.
Gutachten: Sechs kleine Firmen nachhaltig betroffen
Was bedeutet das für die örtlichen Unternehmen? Anhand von Kundendaten des Staatswaldes und des Landesverbands errechnete "Roland Berger", dass 51 Prozent des in der Prozessschutzzone geschlagenen Holzes an Holzhändler, Sägewerke, Betriebe der Holzwerkstoffindustrie und Brennholzhersteller aus OWL geht. Konkret sind das 34 Firmen. Diese stehen laut "Roland Berger" aber in einer "verhältnismäßig geringen Abhängigkeit" zur Kulisse. Denn: Sie deckten ihren Holzbedarf laut Gutachter durchschnittlich nur zu 18 Prozent aus dem potenziellen Nationalpark beziehungsweise zu 14 Prozent aus der Prozessschutzzone.
Lediglich sechs kleinere Unternehmen, die im Holzhandel oder als Sägewerke tätig seien, wären von der Errichtung eines Nationalparks nachhaltig betroffen. Diese, so empfehlen die Gutachter, sollten Unterstützung erhalten.
Bei den Arbeitsplätzen rechnet "Roland Berger" mit einem Verlust von acht Stellen. Voraussetzung sei, dass 70 Prozent des benötigten Holzes anderweitig beschafft werden können. Dazu kämen 34 Stellen in der Forstwirtschaft, die nach Möglichkeit aber durch die 61 neuen Arbeitsplätze im Nationalpark aufgefangen werden könnten. Ein weiteres Plus von 68 Stellen prognostiziert das Gutachten im Tourismus-Bereich.
"Roland Berger" kommt auf einen regionalökonomischen Effekt von 5,9 Millionen Euro pro Jahr. Dieser entsteht aus einem Plus beim Tourismus um 2 Prozent (4,5 Millionen Euro/Jahr) und Investitionen seitens des Landes (4,2 Millionen Euro/Jahr). Demgegenüber stehen ein Minus von 2,3 Millionen Euro in der Holzwerkstoffindustrie und 500.000 Euro in der Fortwirtschaft.
Das komplette Gutachten gibt es unter
www.lippe.de
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