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14.02.2012
KREIS LIPPE
Hummerser spendet für Blutkrebs-Patienten
Stammzellen könnten 67-Jährigem helfen

Hat Stammzellen gespendet | Foto: Blum

Lügde-Hummersen (jub). Ein kleines Röhrchen kann Leben retten: Elmar Reker aus Hummersen gehört zu den mehr als 2,5 Millionen registrierten Menschen der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Im Oktober vergangenen Jahres bekam Reker Post: Seine Stammzellen passten auf einen an Leukämie erkrankten Patienten.

 "Meine Frau und ich hatten uns schon vor acht Jahren typisieren lassen. Damals wurden Spender für den kleinen Moritz aus Sommersell gesucht", berichtet Elmar Reker. "Als dann der erste Brief kam mit der Aufforderung, fünf Milliliter Blut einzuschicken, da war ich schon etwas überrascht", erzählt der 40-Jährige. Es folgten weitere Schreiben, stets verbunden mit neuen Blutuntersuchungen.

Der entscheidende Anruf erreichte Familie Reker dann zwei Tage vor Heiligabend. "Die Nachricht, dass meine Stammzellen passen und es losgehen kann, erfuhr zunächst meine Frau. Ich befand mich bis zwei Uhr morgens auf unserer Firmenweihnachtsfeier. Als ich davon hörte, konnte ich die ganze Nacht nicht schlafen", erinnert sich der gelernte Tischler. "Es ist schon irgendwie aufregend, wenn man überlegt, dass ich mit so einer Spende jemanden das Leben retten kann", freut sich Reker.

Nun stand für den vierfachen Familienvater die Reise ins Sana-Klinikum Hameln-Bad Pyrmont an. "In der Woche, als ich dort war, gab es allein über 25 Stammzellenentnahmen", sagt Elmar Reker. Zwei Tage sind für den Eingriff eingeplant. Nach eingehenden Untersuchungen von Lunge, Blut und Urin, sowie Ultraschall- und EKG-Untersuchungen, beginnt die eigentliche Entnahme. Diese dauert je nach benötigter Menge und Produktion des Spender mehrere Stunden.

Bei der "Stammzellapherese" werden die im Blut befindlichen Blutstammzellen herausgefiltert. Ein älteres Verfahren ist die Knochenmarkspende aus dem Beckenkamm. Hierbei wird mit einer speziellen Nadel etwa ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen, aus der später die Stammzellen heraus isoliert werden. "Bei meinem Verfahren musste ich fünf Tage lang das Hormon G-CSF spritzen, damit die Stammzellen in die Blutbahn gelangen", erzählt Elmar Reker.

Weil seine Kinder das Prozedere so spannend fanden, durfte Tochter Fenja sogar die Spritzen ausprobieren. "Das geht ja ganz leicht und tut nicht weh", sagt ihr Papa. Nebenwirkungen hatte der 40-Jährige von der Entnahme nicht. "Ein bisschen Kopfweh und leichte Grippesymptome, aber das war nach einem Tag komplett weg", sagt er.

Elmar Reker hat mittlerweile herausgefunden, dass seine Spende an einen 67 Jahre alten Patienten in Deutschland ging. In zwei Jahren dürfen Spender und Empfänger, falls beide einverstanden sind, in Kontakt treten. Vorher ist nur anonymer Briefverkehr über die DKMS möglich. In vier Monaten wird Elmar Reker nachfragen, ob seine Stammzellen tatsächlich ein Leben gerettet haben. "Die Chancen liegen zwischen 40 und 80 Prozent" sagt er. Eines steht für den Tischler aus Lügde-Hummersen jedenfalls bereits fest: "Ich würde es jederzeit wieder machen!"


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