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18.02.2012
KREIS LIPPE
Vier Jahre Haft für Heiratsschwindler
44-Jähriger verschickt Bilder von Villen und teuren Autos
VON BIRGIT HUCKE

Detmold. Sein Charme hat es ihm leicht gemacht - ein 44-Jähriger ist am Freitag wegen Betruges zu vier Jahren Haft verurteilt worden.  Andreas Z. hatte sieben Frauen um mehr als 100 000 Euro erleichtert. Der Fall wurde vor dem Landgericht Detmold verhandelt.

Andreas Z. (Name geändert), der zuletzt in Blomberg gewohnt hatte, verfolgte immer die gleiche Masche. Er stellte sich auf Internetportalen und in Kontaktanzeigen als erfolgreicher Geschäftsmann dar, der eine Beziehung zu einer Frau sucht. Es kam zu Kontakten per Chat und per Handy. Dann fanden Treffen an öffentlichen Orten statt. Der untersetzte, unscheinbar wirkende Angeklagte erwarb schnell das Vertrauen der Frauen, die zwischen 34 und 44 Jahren alt waren.

"Er hat genau den richtigen Knopf gedrückt", sagte eine der Geschädigten. "Er konnte reden wie ein Weltmeister", gab eine andere Zeugin ihren Eindruck wieder. Eine weitere Zeugin schilderte Andreas Z. als sympatischen hilfsbereiten Menschen, der gut zuhören konnte.
Alle geschädigten Frauen eint, dass sie sich selbst schwere Vorwürfe machen, weil sie auf den Angeklagten hereingefallen sind. "Ich war vor Liebe blind", brachte es eine Zeugin auf den Punkt.

Andreas Z. hatte sich aber auch alle Mühe gegeben, die Frauen zu täuschen. Er benutzte sechs verschiedene falsche Namen und tauchte zu Treffen in immer wieder anderen teuren Autos auf. Er schickte den Frauen Fotos aufs Handy, die seinen Reichtum belegen sollten. Mal war es ein Koffer voll Geld, mal ein Kontoauszug oder eine Villa und ein teures Auto.

Die geschädigten Frauen vertrauten ihm rückhaltlos. Sie gaben ihm ihr letztes Geld, verkauften Autos und nahmen Kredite auf. Diese Geld wollte der Angeklagte für die Frauen gewinnbringend anlegen, eine gemeinsame Wohnung anschaffen oder in die gemeinsame Zukunft investieren.

Nur in einem Fall erhielt die Geschädigte die 1000 Euro, die sie ihm gegeben hatte, zurück. Dieser Fall wurde eingestellt. Die anderen sieben Zeuginnen leiden bis heute sowohl unter den finanziellen, aber vor allen Dingen auch unter den psychischen Folgen des Betruges. "Er hat die Frauen im doppelten Sinn betrogen. Er hat ihre Gefühle mit Füßen getreten und sie um viel Geld gebracht. Der Angeklagte hat das letzte Geld aus diesen Beziehungen herausgequetscht. Er ist hoffentlich ehrlich bereit, sich zu ändern", so Vorsitzender Richter Michael Reineke.

Strafmildernd wirkte sich das Geständnis des Angeklagten aus. Gegen ihn sprachen die Vorverurteilungen. Urteile der Amtsgerichte Bückeburg und Osnabrück, in denen es um vergleichbare Sachverhalte ging, wurden in das Urteil einbezogen. Staatsanwalt Bernhard Brüns hatte eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten gefordert. Rechtsanwalt Ralph Nalop hatte eine Strafe von drei Jahren und sechs Monaten als angemessen betrachtet.


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