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23.02.2012
DETMOLD
Handel setzt auf Wettbewerb der Standorte
Verband berichtet über leichtes Umsatzwachstum – Voss: Innenstädte behaupten sich
VON MICHAEL DAHL

Unterschiedliche Kaufkraf | Grafik: Brettmeier

Detmold. Der Handel in den Top-Lagen der größeren lippischen Städte kann sich überdurchschnittlich gut behaupten. Davon ist der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes in Lippe, Thomas Voss (Lage), überzeugt. Gleichzeitig sehen er und Geschäftsführer Kai Buhrke weitere Probleme auf die "kleineren Ortsteilzentren" zukommen. Hier sei die Entwicklung rückläufig und bleibe angesichts des Bevölkerungsrückgangs auch schwierig.

Außerdem sei zu berücksichtigen, dass das "Flächenwachstum ungebrochen anhält". Dadurch werde in der Regel der Konsum nur verlagert, neue Umsätze würden aber nicht erzielt. Was überdimensionierte Einkaufszentren bewirken könnten, sehe man beispielsweise in der Innenstadt von Hameln. Voss und Buhrke hatten bei ihrer Jahrespressekonferenz aber nicht nur negative Nachrichten zu verkünden. So ist in Lippe der Einzelhandelsumsatz nominal um 1,5 Prozent auf knapp 1,63 Milliarden Euro gestiegen.

Allerdings heißt dies auch, dass bei einem Kaufkraftkapital von insgesamt rund 2,02 Milliarden Euro knapp 400 Millionen aus dem Kreisgebiet in andere Kommunen abgeflossen ist. Dies wird von den Verantwortlichen unter anderem damit erklärt, dass es in bestimmten Segmenten, etwa dem großflächigen Möbeleinzelhandel, keine Anbieter in Lippe gibt. Für das laufende Jahr rechnen die heimischen Einzelhändler mit einem weiteren Umsatzwachstum um die 1,5-Prozent-Marke.

Dabei dürfte es, wie schon 2011, auch künftig unterschiedliche Branchenentwicklungen geben. Im vergangenen Jahr  seien bundesweit langlebige Konsumgüter wie Schmuck und Uhren oder auch Möbel besonders gut gelaufen, berichtete Voss. Der Lagenser Kaufmann, Geschäftsführer des Mode- und Textilhauses Schlichting, hält den starken Wettbewerb unter den vier bevölkerungsreichsten Städten in Lippe nicht für einen Standortnachteil.

Jede dieser Kommunen müsse daran arbeiten, ein eigenes Profil zu entwickeln, meinte er, damit es für die Bewohner des Umfeldes nicht mehr attraktiv sei, nach Bielefeld, Paderborn oder Herford zu fahren. Gelinge dies, könne der gesamte Kreis davon profitieren. Sorgen bereitet dem Einzelhandel vielerorts das immer noch hohe Mietniveau für die Ladenlokale.

Erschwerend komme hinzu, dass manche Eigentümer gar nicht mehr in Lippe wohnten und somit mit der Situation vor Ort nicht mehr vertraut wären. Derartige Probleme seien allerdings nur in gegenseitigem Einvernehmen zu lösen, hieß es abschließend.


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